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Sonntag, 29. April 2012

{Rezension} Die unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce




Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht er 1000 Kilometer zu Fuß.
Ein unvergesslicher Roman, der die ganze Welt erobert.

»Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.«
Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

Ein ganz außergewöhnlicher und tief berührender Roman – über Geheimnisse, besondere Momente und zufällige Begegnungen, die uns von Grund auf verändern. Über Tapferkeit und Betrug, Liebe und Loyalität und ein ganz unscheinbares Paar Segelschuhe. (Verlagsinfo)


Kritik

Die Autorin Rachel Joyce hat mit ihrem Roman "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" einen unglaublich einfühlsamen und emotionalen Roman verfasst.

Mit einem ungewöhnlichen Plot sticht der Roman um Harold Frys Pilgerreise zu seiner krebskranken Freundin aus der breiten Masse hervor. Gerade hier liegt auch der ungewöhnliche Zauber des Buches. Nicht nur der lange Fußmarsch des Harold Fry selber, sondern besonders die Rückblicke auf Harolds Kindheit, seine Ehe mit Maureen, seine Beziehung zu seinem Sohn David und letztendlich die Freundschaft zu Queenie, fesseln die Leser an die Geschichte. Harold setzt sich auf seiner Reise immer stärker mit seinem Leben auseinander, dies in einer solchen Intensität, die er vorher noch nicht erlebt hat. Viele seiner Erinnerungen sind schmerzhaft und brechen ihn fast, trotzdem ist auch immer ein Hauch Hoffnung vorhanden. Dann sind da noch die Menschen, die Harold auf seiner langen Reise kennenlernt. Menschen, die an ihn glauben, ihm Hoffnung geben und so zum weiter gehen animieren. Trotz der zahlreichen Handlungsstränge schafft es Rachel Joyce, eine komplett abgeschlossene Geschichte zu liefern. Zum Ende sind alle essenziellen Fragen beantwortet.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht zu lesen und ungewöhnlich fesselnd. Atmosphärisch dicht wird die beschwerliche Reise wird in allen Facetten beschrieben und schnell meint der Leser, diese hautnah mit zu erleben. Auch die Umgebung ist ausreichend beschrieben und besondere Orte werden bildreich hervorgehoben. Emotionen spielen eine wesentliche und zentrale Rolle, die Autorin vermag es diese so eindrucksvoll und nachhaltig zu vermitteln.

Geschrieben aus der Perspektive eines Beobachters wird die Geschichte um die Pilgerreise rückblickend erzählt. Diese neutrale dritte Person konzentriert sich dabei nicht ausschließlich auf Harold, sondern auch das Leben und die Emotionen Maureens werden erklärt. Schnell findet der Leser so Bezug auf das Ehepaar und leidet und hofft mit ihnen mit.

"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" besticht nicht durch actiongeladene Spannung, sondern durch Neugier. Neugier darauf, welche Erinnerungen Harold noch bewegen, was seine Geschichte über sein Leben preisgibt, welchen Menschen er begegnet und selbstverständlich ob er Queenie rechtzeitig erreicht und was Queenie nun für Harold getan hat.

Die Charakterdarstellung der Protagonisten ist der Autorin authentisch gelungen. Glaubwürdig hat Rachel Joyce ein Leben konzipiert, das außerordentlich vielschichtig und überzeugend ausgearbeitet ist. Ob Harold oder Maureen, beide Hauptdarsteller haben ihr Päckchen zu tragen. Dabei ist Harold nicht gleich ein Sympathieträger, dies entwickelt sich erst im Laufe der Geschichte. Bravourös sind zudem die Momentaufnahmen der Menschen gelungen, die Harold auf seiner Reise begegnet. Mit nur wenigen Worten werden hier Charaktere geschaffen, die berühren und nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Wirklich gelungen ist auch das Cover, es besticht durch ansprechende Farben und nur wenige abgebildete Gegenstände.


Autorin

Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" ist ihr erster Roman. Er erscheint in über 30 Ländern auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.


Fazit

Rachel Joyce hat mit ihrem Roman "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" eine berührende Geschichte veröffentlicht. Die Autorin erzählt von Hoffnung, vertanen Chancen, Courage, Freundschaft, Liebe und so vielem mehr. Nachdenklich dürfen die Leser zurückbleiben.

Mich hat die Erzählung um Harold Fry unglaublich berührt. Rachel Joyce hat eine wundervolle Geschichte geschrieben, die mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Leser, die sich auf eine einfühlsame Geschichte einlassen können, erleben gemeinsam mit Harold und den vielen Menschen, denen er begegnet, eine elementare Reise, die nachdenklich stimmt.


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Krüger, voraussichtlich ab 16. Mai 2012 im Buchhandel
ISBN-13: 978-3810510792
Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry
Fanseite

Kommentare:

Immi Macks hat gesagt…

Habe das Buch gerade ausgelesen und bin immer noch ganz berührt.
Ein wirklich tolles Buch!

Und eine passende Rezension!

Schöne Grüße,
Immi

Anonym hat gesagt…

Ich lese das Buch eben und bin sehr bewegt, es gibt einem selber Kraft und Hoffnung..

eine sehr schöne Geschichte

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