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Mittwoch, 9. November 2011

[Rezension] Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs




Gerade als ich mich an den Gedanken gewöhnte, dass dieses Leben keine Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames. So wie alles, was einen für immer verändert, teilte es mein Leben in zwei Hälften: vorher und nachher. Und wie bei so vielen der außergewöhnlichen Dinge, die sich noch ereignen würden, war mein Großvater darin verwickelt.

Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer?


Jacobs Großvater erzählte seinem Enkel keine weich gespülten Märchen, sondern von einer Insel auf der Kinder mit magischen Fähigkeiten leben und den Monstern die Jagd auf diese besonderen Kinder machen. In jungen Jahren glaubte Jacob seinem Großvater diese Geschichten noch, jedoch mit zunehmendem Alter tat er diese als Schauergeschichten ab. Trotz der Fotos, die Jacob zu sehen bekam, glaubte er nicht mehr an die geheimnisvolle Insel und ihre besonderen Bewohner.

Mittlerweile ist Jacob ein 15 Jahre alter Teenager und die alten Schauergeschichten sind schon fast in Vergessenheit geraten, bis zu dem Tag an dem Jacob seinen sterbenden Großvater findet. An diesem Tag sieht er zum ersten Mal ein schattenhaftes Monster. Seine Eltern und ein Psychologe versuchen Jacob diese Gedanken auszutreiben, doch die Hinweise mehren sich das die alten Schauergeschichten einen wahren Kern haben. So macht Jacob sich auf die Suche.


Kritik

"Die Insel der besonderen Kinder" ist ein außergewöhnlicher Roman. Schon bei der Gestaltung des Covers wird ein Gruseleffekt deutlich, in düsteren Schwarz- und Grüntönen gehalten, ist ein schwebendes Mädchen zu sehen. Aber nicht nur auf dem Cover gibt es Gruseliges zu sehen. Durch den Autor und andere Sammler alter Fotografien sind viele dieser Bilder zu sehen und vor allem zu bestaunen. Neben den mystischen Bildern wird auch sonst Wert auf die Gestaltung gelegt. Die im Roman gezeigten Briefe sind tatsächlich handgeschrieben, wenn auch die Schrift nicht authentisch ist, in den 40 Jahren war die Handschrift schon anders, trägt dies dazu bei aus dem Roman etwas Besonderes zu machen. Dazu eine Aufmachung, die an ein älteres Buch denken lassen und die perfekte Bühne, für ein Buch, in dem es um Mysteriöses und Gruseliges geht, ist perfekt gelungen.

Ransom Riggs baut seine Geschichte um die teils sehr gruseligen Fotografien auf. Diese haben immer einen Bezug zur Erzählung und zeigen beispielsweise die Kinder und ihre besonderen Fähigkeiten. Die Fotografien sind untrennbar mit der Geschichte verbunden und der paranormale Plot des Autors bekommt so einen glaubwürdigen Ansatz. In einfacher Sprache beschreibt der Autor besonders die Umgebung auf der englischen Insel sehr greifbar und atmosphärisch. Sei es zu der heutigen Zeit oder auch die der vierziger Jahre, die bildliche Vorstellung gelingt spielend. Ebenfalls schafft es der Autor, eine düstere Stimmung zu vermitteln. Dies alles hätte Garant für einen gruselig düsteren Lesegenuss sei können, leider kommt es dann aber zu offenen Handlungssträngen, die sich im Verlauf kaum auflösen. Auch einige logische Fehler, beispielsweise taucht kein sprachlicher Konflikt auf, wobei in den vierziger Jahren ganz anders gesprochen wurde, fallen auf. Das sprachliche Bild hätte ebenfalls etwas gehobener ausfallen können, zumindest in der Vergangenheit, um die Unterschiede der Zeiten deutlich zu machen.

Nach einem spannenden Prolog fällt die Spannung fast ins Bodenlose. Zwar kommt es immer mal wieder zu einem gruselig spannenden Hock und zum Ende schafft es der Autor sogar die Spannung über ein paar Seiten zu halten, dennoch plätschert die Geschichte zumeist seicht dahin. Hauptsächlich die Neugier und das Hoffen auf einen mystisch gruseligen Punkt in dem Roman halten bei der Stange. Zum Ende wird die Spannung dann deutlich angezogen und endet offen, eine Fortsetzung ist für 2013 geplant und bis dahin werden wir Leser wohl auf das Schlüsselerlebnis warten müssen.

Ein absoluter Pluspunkt ist die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird. Der männliche Protagonist Jacob erzählt seine Erlebnisse aus seiner Sicht. Gefühle und Ängste dieses Charakters werden so gut deutlich gemacht. Auch das ein männlicher Protagonist in den Vordergrund rückt ist dünn gesät und somit ein Vorteil. Hier werden nicht nur weibliche Leser angesprochen, sondern auch und besonders männliche Jugendliche.

Die Figurenzeichnung ist einfach gehalten und in gut und böse unterteilt. Verschiedenen Graustufen gibt es leider nicht und so sind die Charaktere recht blass und in ein schwarz-weißes Schema gehalten.

Die lebendigste Figur ist der Protagonist Jacob. Vom Verhalten authentisch reagiert er mit großer Trauer, als sein geliebter Großvater stirbt. Die Zeit danach ist glaubwürdig geschildert. Schnell wird Jacob den Lesern sympathisch und man hofft, dass Jacob die Geheimnisse um seinen Großvater auflöst.

Wichtige Figuren, wie die verschiedenen paranormalen Kinder, stützen sich bevorzugt auf die Fotografien und werden kaum näher beschrieben. Hintergrundgeschichten gibt es fast überhaupt nicht. Auch auf die magischen Fähigkeiten wird kaum eingegangen. Etwas stutzig macht auch die Tatsache, dass die Kinder zwar seit gut 70 Jahren tagtäglich den gleichen Tag erleben und dieses bewusst, dabei aber vom Verstand nicht altern. Da gibt es Kinder, die zu Beginn der Zeitschleife zwar noch wirklich kein waren, sich 70 Jahre später aber immer noch genauso kindlich verhalten. Hier wäre es schön gewesen, wenn diese etwas an Reife gewonnen hätten.

Auch andere Figuren blieben suspekt, ob Jakobs Eltern, die Heimleiterin und auch das grauenvolle Böse ist kaum deutlich gemacht.


Autor

Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf. Mehr Informationen finden sich auf seiner Website: www.ransomriggs.com


Fazit

Mit seinem Romandebüt "Die Insel der besonderen Kinder" hat der Autor Ransom Riggs auf jeden Fall bewiesen, dass er fantastische Ideen und Ansätze hat. Leider hapert es noch ein an der Umsetzung. Auf jeden Fall ist dieser paranormale Roman nicht nur der weiblichen Leserschaft gewidmet, sondern spricht besonders auch die männlichen an.

Das Gesamtbild des Romans ist auf jeden Fall etwas Besonderes, von schaurigen Bildern unterstützt bildet sich doch recht schnell mal eine Gänsehaut beim Zusammenspiel von Lesen und Gucken. Der Fokus in dem Roman "Die Insel der besonderen Kinder" liegt auf den alten Aufnahmen aus der Kinderzeit der Fotografie. Diese wurden kaum bis gar nicht nachbearbeitet und da kann dem Leser schon mal ein Schauer den Rücken herunter laufen.


Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
ISBN-13: 9783426283684
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Miss Peregrine's Home for Peculiar Children
www.pan-verlag.de

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