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Mittwoch, 22. Dezember 2010

[Rezension] Der verbotene Schlüssel von Ralf Isau

Die 14 Jahre alte Sophia Kollin verliert auf mysteriöse Weise ihre Eltern bei einem Unfall, zeitgleich stand bei beiden Elternteilen das Herz still. Kurze Zeit später stirbt dann auch der Großvater Sophias, Ole Kollin, auch bei diesem führt ein Herzstillstand zum Tod.
Sophia reist aus ihrem Schweizer Internat nach Berlin zu der Testamentsöffnung. Der Notar Sibelius teilt Sophia mit, dass sie als Alleinerbin den kompletten Besitz ihres Großvaters erbt, eine Eigentumswohnung, ein rätselhaftes Buch und ein berühmtes Fabergé-Ei, das verschollen geglaubte Zwielicht-Ei. Das Zwielicht oder auch Nacht-Ei, hat ebenfalls ein Kollin entworfen, ihr Ururgoßvater Erik August Kollin ist der Schöpfer dieses Eis und seines Geheimnisses. Dieses soll sie unter keinen Umständen öffnen, bevor sie nicht die beiliegende Kladde „Das merkwürdigste Buch der Welt“ gelesen habe.

Verwirrt macht sich Sophia auf den Weg in die Wohnung ihres Großvaters um sich dort umzusehen und einen Blick in das geheimnisvolle Buch zu werfen. In der Wohnung von Ole Kollin stellt Sophia mit Erstaunen fest das alle Uhren dort um genau 13:13 Uhr stehen geblieben sind, ist dies ein Zufall? Sie schaut sich kurz um, macht sich einen Tee und fängt an „Das merkwürdigste Buch der Welt“ zu lesen. Was ihr dort offenbart wird, kann die vernünftige Sophia allerdings wirklich nur unter „Märchen“ und „Mythos“ abtun, zu fantastisch ist das dort geschriebene.

Trotzig will sie nun erst recht das Ei öffnen und findet im Fabergè-Ei einen kleinen, goldenen Schlüssel und ein weiteres Ei, dass aus vielen Zahnrädern und kleinen Halbkugeln besteht.

Neugierig was es nun wirklich mit diesem winzigen Uhrwerk auf sich hat, zieht Sophia es mit dem verbotenem Schlüssel auf und wird in eine andere Welt katapultiert, nach Mekanis. Mekanis ist das Reich von Oros, dem Herrn der Zeit, von diesem hat Sophia in dem Buch ihres Großvaters gelesen und muss nun feststellen das ihr Großvater doch kein alter Spinner war.

In Mekanis lernt Sophia Theo kennen, Theo ist seid 2000 Jahren in Mekanis gefangen. Ehe Sophia sich versieht muss sie um ihr Leben bangen und macht sich mit Thao zu einen gewaltigem Abenteuer auf.



Kritik


„Der verbotene Schlüssel“ von Ralf Isau ist ein mitreisender und fantastischer Jugendoman der sich um die Themen Mythen und vor allem um die Freundschaft dreht.

Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist die Umstellung auf die gregorianische Kalenderreform von Papst Gregor XIII, seid dieser, fehlen immerhin 10 komplette Tage und dies nutzt Ralf Isau für dieser Geschichte.

Auch die Mythen um Ys und Atlantis werden in historisch gut recherchierte Fakten eingebettet, der Leser kann so perfekt seine Fantasie zu diesen Themen spielen lassen.

Gerade auch die zu Cäsars Zeit spielende Geschichte um den jungen Theo ist sehr interessant und es wimmelt dort gerade zu von historischen Personen die mehr oder weniger Anteil an der Geschichte haben. Dies macht die mystische Geschichte sogar etwas glaubwürdig, genauso hätte es schließlich sein können.

Der Einstig in die Geschichte gerät fast hektisch, die Ereignisse überschlagen sich und schnell wird der Leser in das Abenteuer der jungen Protagonisten katapultiert. Seinem anfangs sehr schnellen Tempo kann Ralf Isau den Roman über nicht halten, teilweise kommt es zu einigen Längen, wenn aus Theos Leben in Mekanis erzählt wird und der Autor sich teilweise in allzu genaue Details verliert. Diese sogen andererseits allerdings dafür, dass der Leser sehr genau verstehen kann worum es geht und auch die ausführlichen Beschreibungen sorgen für ein glasklares Bild der Handlungsorte.

Schnell ist klar, was Oros, der Herr der Zeit, plant und der Leser fiebert mit, ob es Sophia und Theo gelingt diesen mächtigen Herrscher zu überlisten und alles zum guten zu wenden.

Trotz mehrerer Handlungssträngen und der über Jahrtausende spielenden Geschichte schafft es der Autor sich an seinem Plot zu halten, so dass der Leser keine Probleme hat diesem zu folgen.

Die Geschichte um und mit Sophia wird aus der Perspektive einer dritten Person erzählt, die Theos aus seiner eigenen Sicht. Erzählt Theo aus seiner Vergangenheit und dem Leben in Mekanis wird Rückblickend aus seiner Sicht erzählt und der Leser ist bei seinen Erlebnissen hautnah dabei, wird von Sophia erzählt oder verbindet sich die Geschichte der beiden Figuren wechselt der Erzählstil auf den eines Beobachters der uns Leser am Geschehen teil haben lässt. Beide Stile sind gut ausgearbeitet und das folgen der Geschichte fällt leicht und auch die Handlungen der Charaktere sind leicht nachvollziehbar.

Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, dabei fehlt dann aber doch die Zeit das diese Figuren reifen. Trotzdem ist keine auf ihre Handlung beschränkt und die Protagonisten wirken sehr lebendig und authentisch.

Sophia ist anfangs eine sehr sachliche Figur, die mit den Phantastereien ihres Großvaters nur herzlich wenig anfangen kann und so die Geschichte erst ins Rollen bringt. Mit den ihr gebotenen Fakten ist sie dann durchaus belehrbar und bereit sich auf das ihr angebotenes Abenteuer einzulassen.

Theo, bereits lange in der Welt Mekanis gefangen. hat es geschafft sich seine kindliche Unschuld sowie das Vertrauen in die Menschen zu bewahren, ohne dabei naiv zu wirken. Seine Erlebnisse haben ihn reifen lassen und er ist nicht so einfach hinter das Licht zu führen.

Der Antagonist von Sophia und Theo, Oros seines Zeichens der Herrscher der Zeit ist ebenfalls sehr gelungen, mit Hilfe der Weltenuhr will er an sein Ziel gelangen. Dabei ist ihm klar, dass er die Hilfe der Jugendlichen braucht, da Sophia und Theo noch über die Unschuld verfügen, die er für seine Vorhaben benötig. Den düsteren Fiesling nimmt der Leser ihm problemlos ab.

Auch die weiteren Charaktere, egal welcher Epoche oder welcher Welt, sind sehr charakterstark konzipiert und wirken glaubwürdig und überzeugend.

Die Covergestaltung fällt ins Auge, auf rotem Hintergrund ist eine goldene Kette an der ein Schlüssel befestigt ist abgebildet, eine technische Zeichnung und kleine Zahnräder vervollständigen das zum Buch passende Cover.


Fazit


Dem Autor Ralf Isau ist mit „Der verbotene Schlüssel“ eine, trotz winziger Schwächen, wunderbare Geschichte gelungen. Die Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart, Mythen und einem Hauch Ideologie macht das Buch „Der verbotene Schlüssel“ absolut lesenswert und wird neben der Zielgruppe der Jugendlichen auch Erwachsene in den Bann ziehen.

Gerade auch technikaffine Leser dürften das Buch mit viel Interesse lesen.


Autor


Alles über den Autor Ralf Isau unter http://www.isau.de/vita.html


Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbj (15. November 2010)
ISBN-13: 978-3570138342



©Nadine Warnke

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