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Mittwoch, 10. November 2010

[Rezension] Wintergeister von Kate Mosse

Toulouse,1933. Frederick Watson, der vor fünf Jahren bereits in Frankreich war kehrt nun zurück um sich von einem Antiquitäten Handler seinen wertvollsten Schatz, einen alten Brief, verfasst in Okzitanisch einer Sprache die schon fast vergessen ist, übersetzen zu lassen.

Als der Antiquar den Brief ließt, ist er sehr überrascht von dessen Inhalt und bittet Frederick ihm seine Geschichte zu erzählen. So beginnt Frederick seine Erlebnisse zu berichten.

Montségur, 1928. Der Erste Weltkrieg ist bereits 10 Jahre vorbei, aber der junge Engländer Frederick Watson ist immer noch von der Trauer um seinen im Krieg gefallenen Bruder. Erst kürzlich ist er aus einem Sanatorium entlassen worden, nachdem er einen Zusammenbruch hatte.

Die Ärzte haben ihm einen Aufenthalt in den Bergen Frankreichs empfohlen, in der Hoffnung dass Frederick dort genest.

Kurz nachdem Frederick in Frankreich angekommen ist, hat er in einem Schneesturm, naher der Ortschaft Nulle, einen Unfall der ihn zwingt sein Auto zu verlassen und sich zu Fuß zur nächsten Ortschaft durchzuschlagen. Ständig meint er ein Wispern zu hören und in den Augenwinkeln sieht er jemanden, der aber sobald er hinschaut verschwunden ist. Nach dem er einem Waldweg gefolgt ist erreicht er völlig verfroren Nulle das wie ausgestorben wirkt und eine ungeheure Traurigkeit ausstrahlt.

Er findet ein Hotel und wird von seiner Wirtin zu dem am Abend stattfindenden, alljährlichen Mittelalterfest eingeladen.

Mit einer Wegbeschreibung, macht er sich abends auf den Weg und gerade als er meint sich verlaufen zu haben findet er das Gebäude in dem schon fröhlich gefeiert wird. Seine Wirtin kann er nicht finden, dafür lernt er aber die junge Fabrissa kennen. Sie unterhalten sich und tanzen, bis plötzlich Soldaten auftauchen.

Zusammen fliehen Frederick und Fabrissa.

Am nächsten Morgen wacht Frederick in seinem Zimmer auf und fragt nach Fabrissa, seltsam das sich niemand erinnern kann, ihn auf dem Fest gesehen zu haben und auch eine Fabrissa ist allen die er fragt völlig unbekannt.


Kritik

Mit „Wintergeister“ hat Kate Mosse wieder einen Roman geschrieben der in ihrer Heimat Frankreich spielt. Wie immer ist der Roman sehr mystisch und geheimnisvoll, dabei auch voll Gefühl. Diese Mischung aus Mystik und dabei wahren, historischen Ereignissen, verbindet die Autorin gekonnt und niveauvoll zu einen stimmigen Gesamtbild.

Der Roman ist flüssig und dabei ausdrucksvoll geschrieben und liest sich daher sehr leicht. Aufgrund der wenigen Seiten kann man dieses Buch in einem Rutsch lesen. Die Trauer Fredericks wird sehr greifbar beschrieben und der Leser kann diese beinahe selber spüren.

Sehr detailliert beschreibt Kate Mosse die Umgebung, die schneebedeckten Berge und Wälder. Die Kälte meint der Leser da schon fast selber zu spüren. Auch die Ortschaft Nulle kann sich der Leser, aufgrund der ausdrucksvollen Beschreibung leicht bildlich vorstellen.

Die Spannung wird den ganzen Roman über gehalten und so wird der Leser in einen Bann gezogen der nicht so einfach loslässt. Die Gefühle und Bilder die dieses Buch erzeugt, hallt auch nach der letzten Seite noch eine Weile nach.

Die Protagonisten sind vielseitig, tiefgründig, liebevoll und sehr lebendig gezeichnet. Jeder Empfindung wurde von der Autorin so real beschrieben dass der Leser diese fast selber empfindet. Die Trauer die dieses Buch bestimmt, sie es die Fredericks oder auch die der geheimnisvollen Fabrissa ist fein gezeichnet, ohne auch nur einen Moment übertrieben zu wirken. Frederick der mit seinem Bruder seine komplette Familie verloren hat, scheint sich in seiner Trauer zu verlieren und beweist dann dennoch eine bemerkenswerte Stärke um das Geheimnis Fabrissas aufzuklären und der Geschichte dieser Frau und ihres Dorfes eine Stimme zu verleihen.

Optisch kommt dies kleine, feine Buch groß raus, der Schutzumschlag ist in winterlichen blautönen gehalten und zeigt ein geheimnisvolles Bild das teileweise mit Spotlack in Szene gesetzt wird. Sogar das Lesebändchen passt zu dieser Farbzusammenstellung.


Fazit

Mit Wintergeister hat Kate Mosse wieder einmal überzeugen können. Sie hat eine wundervolle, sanfte und liebevolle Geschichte, über die Trauer und die Möglichkeit der Heilung geschrieben. Eingebettet in die mystischen Erlebnisse ihrer Charaktere, hat dieses Buch eine nachhaltige Botschaft. Die Autorin hat definitiv kein Mainstream-Roman, sondern wieder etwas ganz besonderes geschaffen.

Mich hat Kate Mosse wieder einmal voll überzeugt, selten habe ich so etwas atmosphärisch Dichtes und gefühlvolles auf so wenigen Seiten gelesen. Kate Mosse versteht ihr Handwerk.


Autor

Kate Mosse arbeitet für Rundfunkt und Fernsehen und ist eine der Initiatorinnen des renommierten Orange Prize. Für die BBC moderiert sie eine wöchentliche Büchersendung. Ihr erster Roman „Der verlorene Labyrinth“ – ein internationaler Bestseller – erschien 2005; 2008 folgte „Die achte Karte“. Kate Mosse lebt mit ihrer Familie in Sussex und Carcassonne. (Verlagsinfo)



Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (2. November 2010)
ISBN-13: 978-3426198902
Originaltitel: The Winter Ghosts

http://www.droemer-knaur.de/home

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