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Donnerstag, 11. November 2010

[Rezension] Babel 01 - Hexenwut von Cay Winter

Schon früh ist klar, dass Babel eine sehr mächtige Hexe werden kann. Schon als Kind hat sie Verbindungen zur Dämonenebene und auch zur Totenebene. Wo andere Hexen Hilfsmitten wie Runen und Zaubersprüche benötigen, hext Babel rein intuitiv.

Babels Familie ist darüber nicht besonders glücklich, birgt Babels Talent doch viele Gefahren und kann schnell in die falsche Richtung gehen.

Mit 17 Jahren muss Babel diese Erfahrung auch machen als ihr Freund Sam, ein Dämonenkind/Mischling sie zu einer Beschwörung überredet die dann gründlich schiefgeht. Leider lernt Babel nicht aus diesem Fehler und verfällt Sam immer mehr. Sam überredet Babel immer öfter zu den blutigen Beschwörungen, die Narben dieser Zeit wird Babel ihr Leben lang tragen müssen.

Gegenwärtig ist Babel 30 Jahre und steht mit beiden Beinen fest im Leben, die Sucht nach der Dämonenebene versucht sie mit Hilfe der Anonymen Alkoholikern in den Griff zu bekommen. Beruflich hat Babel sich mit Karl, den sie einst von einem Fluch befreit hat, zusammen getan. Ihr Klientel benötigt magische Hilfe bei untreuen Lebenspartnern und ähnlichem. Da kommt Babels Talent gerade recht.

Als dann eines Tages der Plag Mo in der Kanzlei von Karl und Babel auftaucht und Babel um Hilfe bittet, gerät ihr Leben wieder aus den Fugen.

Bei den Plags/Alben kommt er gerade zu einer Mordserie, bei denen Plags auf geheimnisvolle Weise getötet werden. Die Polizei steht vor einem Rätsel und da die Plags davon ausgehen, dass Magie im Spiel ist, haben sie widerwillig dem Vorschlag von ihrem Sprecher Tom zugestimmt eine Hexe zu Rate zu ziehen.

Da das Verhältnis zwischen den Plags und den Hexen mehr wie nur schwierig ist, stimmt Babel nur widerwillig zu bei der Aufklärung zu helfen. Als sie sich dann auch noch in den Anführer Tom verliebt, wird es für sie nicht einfacher und eines Tages steht auch noch Sam vor der Tür.

Kritik

Die deutsche Autorin Cay Winter hat mit Babel-Hexenwut den Auftakt zu einer neuen Serie magischer Wesen geschrieben.

Die Autorin bedient sich eine flüssigen Schreibstils, dem leicht zu folgen ist. Interessant beschreibt Cay Winter die Verschmelzungen der magischen und nicht magischen Welt. Nur magische Wesen sind in der Lage die Magie wahrzunehmen, die sich ihnen als magisches Netz offenbart. Nicht magische Menschen nehmen dies kaum wahr, nur anhand einen merkwürdigen Gefühls, eines prickelns, eine plötzlich auftauchenden Gänsehaut, dem Gefühl jemandem wehzutun zu müssen oder auch depressiver Gefühle zeigt sich ihnen, dass sie zum Beispiel gerade von deinem Dämon gestreift werden. Selbstverständlich wird das Vorhandensein nicht als solches erkannt. So lernt der Leser eine zwar keine neue, aber anders dargestellte Welt kennen. Schade ist nur, dass die Autorin die übernatürlichen Wesen und Hexen ihres Romans als an der Grenze zur Legalität lebend darstellt. Als hätten Hexen und Co. Nicht die Möglichkeit gut zu sein. Dazu hat die Autorin einige sarkastisch lustige Szenen untergebracht, die den Leser des Öfteren schmunzeln lassen dürften. Auch auf die Erotik wird hier nicht verzichtet, diese ist sehr geschmackvoll untergebracht.

Der Spannungsbogen baut sich konstant auf, beruht dabei auch darauf dass der Leser wissen will was in Babels Vergangenheit geschehen ist. In mehreren Rückblicken sowie der Stimme ihres Gewissens das oftmals vor den Folgen ihres Tuns warnt und dabei auf Erlebnisse in der Vergangenheit hinweist, werden dem Leser Rätsel aufgegeben. Dazu kommt natürlich die Suche nach dem Mörder, der Plags die sich als ziemlich verzwickt darstellt. Lediglich das Ende war recht überstürzt und hätte gerne mehr Ausführlichkeit vertragen können, so wirkt der es recht übereilt.

Erzählt wird der Roman aus der Sicht eines Beobachters, der sich auf Babel konzentriert, der Leser erlebt fast alles aus Babels Sicht und der „Erzähler“ weiß so auch nie mehr wie den Protagonistin, so das man nie mehr weiß wie sie.

Die Protagonisten sind logisch und lebendig konzipiert, der Leser hat die Möglichkeit diese in vielen Facetten kennenzulernen. Besonders charmant waren da Babel und Tom, aber auch der dämonische Papagei Xotl kann definitiv punkten. Die Nebencharaktere sind ebenfalls, zur Geschichte passend, erklärt.

Das Cover ist passend zum Plot sehr düster gehalten, auf schwarzem Hintergrund sieht man eine Skyline einer Stadt und das Gesicht einer Frau das mit der Umgebung verschmilzt. Auf der Innerseite des Covers findet sich die Skyline wieder.

Fazit

Cay Winter hat mit Babel – Hexenwut einen sehr interessanten Auftakt einer neuen Reihe geschrieben. Sehr düster und geheimnisvoll, kommt ihre Protagonistin Babel bim Leser an, wirkt aber durch ihre Reife und der Fähigkeit aus Fehlern zu lesen sehr gut an.

Ein paar Schwächen hat dieser Roman, ist aber trotzdem lesenswert. Auf weitere Abenteuer mit Babel bin ich schon sehr gespannt.


Autor

Cay Winter ist eine junge deutsche Autorin. Sie lebt in einer Stadt, deren Name sich auf das slawische Wort Linde bezieht, und hat eine Schwäche für die Filme aus der Zeit des Film Noir - weil Frauen die besseren Bösewichte sind. Weitere Informationen unter: www.caywinter.com



Broschiert: 399 Seiten
Verlag: Lyx (4. Oktober 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802582950
ISBN-13: 978-3802582950

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