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Dienstag, 5. Oktober 2010

[Rezension] Die Erben der Nacht 4 - Dracas von Ulrike Schweikert






Das vierte Jahr der Akadermie der Vampire hat für Alisa vom Clan der Vamila, Leo vom Clan der Dracas, Ivy vom Clan der Lycaner und Luciano vom Clan der Nosferas begonnen. Diesmal geht es für die jungen Vampire nach Wien, zum Clan der Dracas. Hier sollen sie die Kunst des Gedankenlesens lernen, die die Dracas perfektioniert haben.

Vorerst stehen aber mehr Tanzen und Fechten auf dem Lehrplan, was die Jungvampire nicht besonders aufregend finden. Der Clan der Dracas setzt alles daran, die Jungvampire in das öffentliche Leben in Wien einzuführen. Neben dem Tanzen und Fechten stehen auch Theater und Opernbesuche sowie Bälle und andere Abendveranstaltungen auf dem Programm. Während eines Besuchs im Burgtheater lernt Luciano die menschliche Clarissa von Todesco kennen und verliebt sich. Dies ist nicht unproblematisch, da Luciano sich kaum mehr im Griff hat und nicht selten den Unterricht schwänzt, um sich heimlich mit Clarissa zu treffen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese verbotene Beziehung auffliegt.

Als sich auch nach einiger Zeit am Unterrichtsplan der Dracas nichts verändert, macht sich Ungeduld breit. Alisa kann Leo überreden, zumindest ihr und Luciano diese Kunst näherzubringen. Einzig Ivy braucht diese Unterrichtsstunden nicht, da sie das Gedankenlesen mindestens genauso gut beherrscht wie die Dracas. Ivy macht sich immer mehr Sorgen darum, dass ihr Geheimnis bald auffliegen könnte, da sie als Einzige nicht zu altern scheint und immer noch blutjung aussieht. Zusätzlich macht sie sich Sorgen, da ihr immer öfter Raben auffallen, die die Erben zu verfolgen scheinen. Mit diesem Verdacht steht sie allerdings alleine da, weil ihre Freunde dies als Spinnerei ab tun.

Ein dunkler Schatten kommt immer näher, und als Ivy dann entführt wird, machen ihre Freunde sich auf nach Siebenbürgen, um sie zu retten.

Sind sie den dort lauernden Gefahren schon gewachsen?


Kritik

Mit "Dracas" hat Ulrike Schweikert den vierten Teil der Erben der Nacht-Serie geschrieben. Wie schon in den drei vorangegangenen Bänden "Nosferas", "Lycana" und "Pyras" versteht es die Autorin, ihre Geschichte in die historischen Ereignisse des 19. Jahrhunderts einzubauen und so Abenteuer und Fantasy mit der Geschichte und Kultur der jeweiligen Schauplätze zu verbinden. Der Schreibstil von Ulrike Schweikert ist einem Jugendbuch angemessen und daher leicht zu lesen. Sie schafft es dabei, auch die Sprache der Zeit des endenden 19. Jahrhunderts anzupassen.

Ein sich aufbauender und in einem dramatischen Finale endender Spannungsbogen macht es dem Leser schwer, das Buch zur Seite zu legen. Durch das stetige Tempo gelingt es der Autorin, den Leser zu fesseln und in die Geschichte eintauchen zu lassen.

Dem originellen Plot, den Ulrike Schweikert seit dem ersten Band gesponnen hat, bleibt sie treu, und dieser zieht sich wie ein roter Faden auch durch diesen Roman. Langsam scheint sich zu klären, wer der dunkle Schatten ist, der seit dem ersten Akademiejahr Jagd auf die Jungvampire macht, und auch die Gründe dafür sind stimmig und nachvollziehbar. Das Ende ist für diesen Roman abschließend, hält dabei aber die Spannung auf den nächsten Teil der Reihe aufrecht.

Die Umgebung beschreibt die Autorin detailliert und schafft eine passende, in Wien prunkvolle und in Transsylvanien düstere Grundstimmung. Erzählt wird die Geschichte um die Jungvampire aus der Perspektive eines Beobachters, der sich zwar hauptsächlich auf die vier Freunde Alisa, Leo, Ivy und Luciano konzentriert, dabei weitere Charaktere aber keinesfalls aus den Augen verliert und auch die tragenden Charaktereigenschaften betont.

Die Protagonisten entwickeln sich realistisch weiter. Mit ihren typischen Charaktereigenschaften werden die Jungvampire langsam erwachsen, und neben der Freundschaft kommt bei manchen auch die erste Verliebtheit zum Tragen. Die vier Freunde Alisa, Ivy, Leo und Luciano tragen in dieser Reihe die Hauptrollen, dennoch haucht die Autorin auch den Nebenfiguren Leben ein und beschreibt sie detailliert, sodass der Leser jede Einzelne vermissen würde, sollte diese die Bühne verlassen. Jeder Protagonist ist für sich einzigartig und lebensnah konzipiert und hält sich über Jahre der Erzählzeit selbst die Treue, ohne dabei in der Entwicklung stehen zu bleiben. Historische Personen wie Bram Stoker oder Oscar Wilde sowie literarische wie van Helsing oder Dracula höchstpersönlich, aber auch solche Besonderheiten wie die Fledermäuse der Peterskirche sind Teil dieser Geschichte und tragen zur Einzigartigkeit bei.

Die Aufmachung des Buches passt sich in der Gestaltung der Reihe perfekt an, ohne gleich zu wirken. Im Innenteil ist eine Karte von Wien abgedruckt und am Ende des Buches eine Übersicht von Transsilvanien. Ein Glossar erklärt historische Begriffe, und auch die neuen Gaststars werden vorgestellt und deren Leben kurz beschrieben.


Autorin

Ulrike Schweikert wurde am 28. November 1966 in Schwäbisch Hall geboren. Sie hat eine jüngere und eine ältere Schwester. Bereits als Kind liebte sie es zu tanzen und betreibt immer noch aktiv Ballett- und Tangounterricht. Nach ihrer Schulzeit, die sie auch in Schwäbisch Hall verbrachte, machte sie einen Banklehre in Stuttgart. Nachdem sie sechs Jahre lang als Wertpapierhändlerin gearbeitet hatte, studierte sie Geologie und Journalismus. Zu dieser Zeit entstanden erste Manuskripte.

Während ihres Studiums recherchierte sie viel über ihre Stadt, was die Grundlage für ihren ersten Roman war: 2000 veröffentlichte sie "Die Tochter des Salzsiedlers". Allerdings gelang ihr der Durchbruch erst mit ihrem zweiten Roman "Die Hexe und die Heilige", der es ihr ermöglichte, das Schreiben zu ihrem Beruf zu machen. Für "Das Jahr der Verschwörer" erhielt sie 2004 von der "Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur - Das Syndikat" den Hansjörg-Martin-Preis.

Heute lebt sie in Pforzheim. Sie liebt Vulkane, vor allem Island und Hawaii haben es ihr angetan, und sie ist eine begeisterte Taucherin. Unter dem Namen Rike Speemann schrieb sie zwei Fantasyromane. Sie schrieb unter einem Pseudonym, um nicht in eine Schublade für historische Romane gesteckt zu werden. (Verlagsinfo)


Fazit

Mit "Die Erben der Nacht - Dracas" hat Ulrike Schweikert wieder einmal bewiesen, dass sie es schafft, Fantasy großartig und glaubwürdig mit der Historie zu verbinden und ein spannendes und einfach zu verstehendes Werk zu schaffen, das durch absoluten Lesespaß überzeugt. Die jugendliche Zielgruppe wird dabei ebenso erreicht wie auch der erwachsene Leser fantastischer Literatur.


Die Erben der Nacht:
01 - "Nosferas"
02 - "Lycana"
03 - "Pyras"
04 - "Dracas"


Taschenbuch: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570306567


Nadine Warnke

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