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Dienstag, 24. August 2010

[Rezension] Die Bernsteinhändlerin von Conny Walden

Lübeck im Jahre 1447: Die Tochter des Rigaer Bernsteinkönigs Heinrich Heusenbrink, Barbara, soll die Ehe mit dem Lübecker Kaufmannssohn Matthias Isenbrandt eingehen. Mit ihrem Vater reist Barbara Heusenbrink von Riga nach Lübeck, um die Verlobung zu feiern. Am Hafen angekommen, werden Barbara und ihr Vater von dem Schreiber und Sekretär der Isenbrandts, Thomas Bartelsen, in Empfang genommen und zum Haus der Isenbrandts geleitet. Barbara macht ihrem Unmut, dass ihr zukünftiger Verlobter es nicht für nötig hält sie in Lübeck zu begrüßen Luft. Auch der Empfang in dem Patrizierhaus fällt sehr kalt aus und Matthias geht Barbara offensichtlich aus dem Weg während sein Vater zu einer schnellen Eheschließung drängt.

Zur gleichen Zeit trifft der Ritter Erich von Belden in Lübeck ein um sich als Söldner in der Lübecker Stadtwache zu verdingen. Kurz nach seiner Anstellung muss er eine Giftmischerin in Gewahrsam nehmen und dem Henker übergeben. Unter der Folter und der anschließenden Gerichtsverhandlung berichtet die Giftmischerin, neben vielen bereits getätigten Morden, von einem von Matthias Isenbrandt geplanten Giftmord an seiner zukünftigen Frau. Der vom Lübecker Rat eingesetzte Richter Richard Kührsen, schließt mit dieser Aussage plötzlich das Verfahren und alle Anwesenden werden bestochen Lübeck auf schnellstem Wege zu verlassen. Erich kann es allerdings mit seiner Ehre nicht vereinbaren die junge Barbara in ihr Unglück laufen zu lassen und sucht diese am Abend ihrer Verlobung auf um sie zu warnen. Kurz darauf sucht ein Meuchelmörder Erich in seinem gemieteten Zimmer auf. Erich kann sich wehren und tötet den Mörder im Kampf. Er nimmt eine Münze  an sich die der Mörder im den Hals trägt. Diese zeigt drei Kreuze auf goldenem Grund mit schwarzem Rand.

Drei Jahre später: Barbara ist für ihren Vater geschäftlich unterwegs und auf dem Landweg  auf de Heimweg nach Riga. Auf der kurischen Nehrung wird sie mit ihrem Gefolge überfallen und alle Männer getötet. Als sie schon keine Hoffnung mehr hat taucht plötzlich Erich von Belden auf und rettet sie. Schnell wird klar dass Barbara niemandem mehr trauen kann und sie begibt sich unter den Schutz von Erich und eine abenteuerliche Reise durch das Baltikum beginnt. Nicht nur einmal begegnen sie den drei Kreuzen die schon in Lübeck beider Leben bedrohten und in Zusammenhang mit den Bernsteinschmugglern zu stehen scheinen.


Kritik


Mit Die Bernsteinhändlerin hat Conny Walden, ein Pseudonym für das Autorenehepaar Alfred und Silke Bekker, einen eindrucksvollen, historischen Debütroman geschrieben.  Das Autorenduo baut ab der ersten Seite einen Spannungsbogen auf der sich bis zum Schluss stetig steigert.
Der Sprachstil passt sich der Zeit verständlich an und ist flüssig zu lesen. Durch findig eingewobene Intrigen rund um den Bernsteinhandel dieser Zeit und einen Geheimbund, der nach Macht und dem Gold der Ostsee giert, entspricht dies der Erwartungshaltung die der Leser von historischen Romanen hat.
Conny Walden beschreibt in ihrem Roman Die Bernsteinhändlerin eindrucksvoll und glaubwürdig den Bernsteinhandel, der durch das Monopol des Deutschen Ordens Schmuggler und manch andere Kriminelle Energie auf den Plan rief.
Die Schauplätze der Handlung werden aussagekräftig und lebendig beschrieben und die Zeit um 1450 wird dem Leser so nahe gebracht.

Auch ein kleiner Fehler des Autorenduos, das in dem Roman vorkommende Holstentor wurde erst ca. 20 Jahre nach dem Barbara Heusenbrink dieses durchschreitet gebaut, ist verzeihbar, schließlich gehört das Holstentor als Wahrzeichen und Symbol zu Lübeck.
Erzählt wird der Roman aus der Sicht eines Beobachters, der sich auf die Erlebnisse  der Protagonisten Barbara Heusenbrink und Erich von Belden konzentriert.

Die Protagonisten sind für ihre Zeit realitätsnah konzipiert, bleiben aber aufgrund mangelnder Beschreibung und Tiefe ein wenig im Schatten ihrer selbst. Hier hätte das Autorenduo auf mehr charakterlicher Tiefe und Detailreichtum in etwaigen Nebengeschichten greifen sollen. So wären die Figuren nachhaltiger in Erinnerung geblieben. Die Protagonisten Barbara Heusenbrink und Erich von Belden sind sympathisch konzipiert, werden aber aufgrund der fehlenden Lebendigkeit schnell in Vergessenheit gedrängt. Dies wird allerdings durch die spannende Handlung und des schön zu lesenden, dem Mittelalter angepassten, Stils wieder wett gemacht und der Leser wird dies verzeihen können.
Die Beziehungen der einzelnen Charaktere sind klar umrissen und glaubwürdig dargestellt.

Trotz kleiner Schwächen ist dem Autorenduo Conny Walden ein fesselnder und lesenswerter Debütroman gelungen der die Zielgruppe von Lesern historischer Romane ansprechen wird.


Autor


Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere historische Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung.


Fazit


Conny Waldens Erstlingswerk Die Bernsteinhändlerin ist ein durchaus lesenswerter Roman der durch seine Schauplätze und die spannende Handlung besticht. Der Roman ist leicht zu lesen und bietet verwirrende Intrigen, eine glaubhafte Romanze und jede Menge Spannung die ihren Höhepunkt findet. 

Mir hat dieser Roman gut gefallen und Lesern historischer Romane kann ich dieses Werk mit ruhigem Gewissen als leichte Lektüre ans Herz legen.


 
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (10. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442471230
ISBN-13: 978-3442471232

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