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Montag, 22. Februar 2010

Angelus von Danielle Trussoni


Die junge Franziskanerin Evangeline vom Orden der ewigen Anbetung lebt seit ihrem zwölften Lebensjahr im Kloster der heiligen Rosa in Milton, New York. Ihre Kindheit verbrachte sie in Paris. Als ihre Mutter entführt und ermordet wurde, ging ihr Vater mit ihr nach Amerika, wo er sich erhoffte, dass sie dort in Sicherheit wären. Evangeline erhielt nach dem Tod ihrer Mutter von der Großmutter eine goldene Halskette mit einer Leier als Anhänger, die noch eine bedeutende Rolle spielen soll.

Am 23.12.1999: Evangeline beantwortet gerade die tägliche Post, die an das Kloster gerichtet ist, und stößt dabei auf einen Brief, der ohne Umschweife auf das Anliegen seines Verfassers zu sprechen kommt. V. A. Verlaine erbittet für einen privaten Klienten, die Archive des Klosters aufsuchen zu dürfen. Er könne darauf schließen, dass ein zumindest kurzer Briefwechsel zwischen Abigale A. Rockefeller und der damaligen Äbtissin Innocenta stattgefunden hat, da er bei Recherchen auf die Briefe von Schwester Innocenta gestoßen ist. Diese sind 1943-44 geschrieben worden. Da ihr die Jahreszahlen im Bezug auf das Kloster bekannt erscheinen, schaut Evangeline selbst im Archiv nach den gesuchten Briefen, kann jedoch nur einen finden. Kurz darauf stößt sie auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahre 1944: Im Januar jenes Jahres verwüstete ein Feuer das Kloster und die Familie Rockefeller finanzierte mit einer großen Spende den Wiederaufbau.

Zur gleichen Zeit trifft sich Verlaine mit seinem Auftraggeber Percival Grigori, der darauf drängt, dass Verlaine sich umgehend auf den Weg zum Kloster macht, um an die fehlenden Briefe zu kommen. Durch einen Zufall erhält dieser Zugang zur Bibliothek und trifft dort auf Evangeline. Er kann sie davon überzeugen, ihm das gefundene Schriftstück zu zeigen.

Percival, der sehr krank erscheint, geht nach Hause. Dort befreit er sich aus einem Korsett, welches es ihm ermöglicht, sich überhaupt noch aufrecht zu halten. Vor zehn Jahren erkrankte er an einer geheimnisvollen Krankheit, die zuerst seine Flügel befiel - denn er ist ein Nephilim, der Nachfahre eines Engels, der sich mit einer menschlichen Frau vereinigte. Diese Nachfahren sind ebenso kraftvoll wie bösartig, und sie wollen die Menschheit vernichten, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Um seine alte Kraft wiederzuerlangen, benötigt er die Leier des Orpheus, der große Kräfte nachgesagt werden. Unter anderem soll das Spiel dieser Leier Percival heilen können. Seit Jahren schon suchen die Nephilim diese Leier, die allerdings von Angelologen verborgen wurde ...

Evangeline gerät in den Kampf zwischen den Angelologen und den Nephilim, denn seit vielen Jahren, trägt sie eine fein bearbeitete Halskette, deren Anhänger eine Leier ist ...


Kritik

Danielle Trussoni hat mit "Angelus" einen spannenden Mystery-Thriller geschrieben, der sich in vier Teile gliedert. Im ersten Teil werden Evangeline, einige der Schwestern vom Kloster der heiligen Rosa, Verlaine und auch die Nephilim vorgestellt. Die Figuren werden aufgebaut und erste Beziehungen und Verknüpfungen bilden sich.

Der zweite Teil ist ein Rückblick auf Ereignisse, welche die Nonne Celestine in den Kriegswirren um 1944 erlebte. Die Aufgabe der Angelologen offenbart sich ebenso wie die Nephilim und ihre Geschichte. In den letzten Teilen kommt es dann zum Showdown.

Bis auf den zweiten Teil, der aus Sicht der Nonne und angehenden Angelologin Celestine geschildert wird, wird die Geschichte aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. So kann man alle Handlungen der Protagonisten verfolgen und ein lebendiges Bild entsteht. Der Roman ist flüssig und nachvollziehbar geschrieben; die erst einzelnen Handlungsstränge verweben sich schließlich zu einem einleuchtenden Gesamtbild. Die Charaktere sind überzeugend konzipiert und die Beziehungen untereinander werden dem Leser nach und nach immer klarer.

Der Schreibstil der Autorin zieht den Leser schnell in den Bann, denn man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht, und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Zahlreiche unerwartete Wendungen in der Geschichte lassen keine Langeweile aufkommen. Die Recherchearbeit der Autorin, unter anderem zum Buch Enoch, erklärt viel über Engel und ihre verschiedenen Arten.

Das Ende allerdings fand ich etwas abrupt, jedoch lässt ein Interview mit der Autorin auf noch mindestens einen weiteren Teil mit Evangeline und der Geschichte um die Engel hoffen. Genug Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.


Fazit

"Angelus" von Danielle Trussoni ist ein spannender, fesselnder und überraschender Roman, den ich ohne schlechtes Gewissen jedem Leser von Mysterythrillern und mystisch angehauchter Belletristik weiterempfehlen kann. Ich hoffe sehr auf einen zweiten Teil, um noch mehr von Evangeline, den Angelologen und auch den Nephilim zu erfahren.


Die Autorin

Danielle Trussoni, geboren 1973, studierte an der University of Wisconsin-Madison Geschichte und Englische Literatur. Sie hat den Iowa Writers' Workshop absolviert und lebt seither als freie Schriftstellerin in den USA und in Bulgarien. Sie schreibt unter anderem für The New York Times Book Review, The New York Times Magazine und The Telegraph Magazine. Ihr Buch "Falling Through the Earth: A Memoir" stand auf der Liste der '10 besten Bücher 2006' der New York Times. Für diesen Titel erhielt sie mehrere Preise. "Angelus" ist ihr erster Roman. (Verlagsinfo)

Originaltitel: Angelology
Übersetzung von Rainer Schmidt
656 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3426198780
http://www.danielletrussoni.org
http://www.droemer.de

Als Lesung von Regina Lemnitz (Kathy Bates, Roseanne Barr) erhältlich beim Hörverlag unter der ISBN 978-3867175722.

Nadine Warnke


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