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Dienstag, 30. August 2011

Die zerbrochene Welt von Ralf Isau




Einst eine ganze Welt und dann vor langer Zeit in unzählige Scholle zerbrochen, das ist Berith. Die einzelnen Schollen treiben seitdem durch den Äther und sind von einer Luftblase umgeben. Jede Scholle beherbergt eine eigene Lebensform, die sich der Umgebung angepasst hat.

Der Zeridianer Taramis ist ein äußerst begabter Krieger und verfügt über eine einzigartige Waffe, den Stab Ez. Dieser tötet bei Berührung alles, was nicht reinen Herzens ist. Taramis wird auf eine seiner Heimat Jar'en ferne Scholle entsandt, um dort ein menschenfressendes Wesen zu vernichten.

Als er nach erfolgreicher Jagd wieder nach Jar'en zurückkommt, muss er mit Grauen feststellen, dass auf seiner Scholle die grausamen Dagonisier eingefallen sind und ihm alles genommen haben, was ihm lieb und teuer ist. Nicht nur seiner Verlobte Xydia fiel den fischköpfigen Dagonisier zum Opfer, auch seine Mutter und viele seiner Freunde und Kameraden wurden grausam getötet.

Taramis schwört Rache. In den Bund der Nebelwächter aufgenommen, verfolgt er die kriegerischen Dagonisier, die das friedliche Berith mit Gewalt einnehmen wollen. Doch bald muss Taramis feststellen, dass es nicht nur um seine persönliche Rache geht. Taramis ist der Einzige, der die grausamen Dagonisier aufhalten kann, um so die Zerstörung Beriths zu verhindern.


Kritik

Ralf Isau hat mit "Die zerbrochene Welt" etwas vollkommen Neues und Einzigartiges geschaffen.

Direkt auf der ersten Seite wird der Leser in das spannende Geschehen katapultiert. Ein langsames Kennenlernen der Protagonisten und dieser einzigartigen Welt fällt daher weg und erst innerhalb der Handlung lernt der Leser die faszinierenden Charaktere und die von Isau erschaffene Welt nach und nach kennen.

Der Autor erzählt uns Lesern die Geschichte mit einem leicht verständlichen Sprachstil, den er durch manchmal ungewöhnliche Nomen und Verben seiner Welt Berith anpasst. Dies passt zu der einzigartigen Geschichte und der Lesefluss wird dadurch keinesfalls gestört. Die Welt, die Isau erschaffen hat, wird bildgewaltig beschrieben und so ist es ein Leichtes, sich diese anschaulich vorzustellen. Schnell wird eine atemberaubende Spannung aufgebaut, die sich bis zum Schluss hält und die Handlung vorantreibt.

Getrieben von der actionreichen Handlung fehlt es manchmal ein wenig an Tiefe, gerade bei Taramis, der nur durch die Rachegedanken getrieben wird, fällt dies auf. Trauer und andere Gefühle verblassen in der turbulenten Geschichte. Ralf Isau hält sich trotz oft wechselnder Schauplätze strikt an seinen roten Faden. Trotz vieler Überraschungen weiß der Autor die Geschichte zu lenken und dabei die Handlungsstränge im Blick zu behalten.

Ralf Isaus Ideenreichtum scheint unendlich, nicht nur mit einer einzigartigen Welt wird der Leser hier konfrontiert, auch die eigens für Berith erschaffenen Lebensformen zeugen davon. Lebewesen, die unterschiedlicher und einzigartiger nicht sein könnten, eine Tierwelt, die es so noch nicht gegeben hat, und sogar eine eigene Flora und Fauna warten hier auf den Leser. Sogar die Magie entwickelt der Autor hier neu, nur Kraft eines Wunsches oder einer Vorstellung wird hier "gezaubert".

Berith wird von einer Vielzahl außergewöhnlicher "Menschen" bevölkert. Diese unterscheiden sich nicht nur charakterlich sowie äußerlich, auch die Anatomie ist oft eine ganz andere. Da gibt es "Menschen" die nur innerhalb ihrer Sphäre atmen können, aber auch welche, die über Kiemen atmen und so gefahrlos durch den Äther reisen können. Die unterschiedlichen Wesen haben ihre Heimat auf den verschiedenen Splittern Beriths und eine eigene Lebensform entwickelt.

Ob nun die Helden Beriths oder auch die Gegner, die die Vernichtung und Herrschaft der Welt planen, alle Gruppen hat Ralf Isau akribisch entwickelt und so seinen Figuren Leben eingehaucht. Vielschichtige und äußerst interessante Protagonisten bereichern die Welt der Schollen.

Ein Register am Ende des Romans erklärt die Welt Beriths und seine Lebensformen. Schön wäre allerdings auch eine Karte Beriths gewesen, diese fehlt leider völlig. Das Cover passt zum Plot, zu sehen sind einzelne Schollen, die im Äther schweben. Der Titel wird durch Prägung und silberner Farbe hervorgehoben.


Autor

Ralf Isau, geboren 1956 in Berlin, arbeitete lange als Informatiker. In seinen Büchern entwirft der mehrfach preisgekrönte Autor detailreiche Welten und gilt als großer Erzähler phantastischer Literatur. Seine Romane werden in 14 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien bei Piper die Fantasy-Saga "Die zerbrochene Welt". Ralf Isau lebt mit seiner Familie bei Stuttgart. Weiteres zum Autor: www.isau.de


Fazit

"Die zerbrochene Welt" ist der Auftakt zu einer High-Fantasy-Trilogie, die durch den Ideenreichtum ihres kreativen Schöpfers besticht. Ralf Isau hat hier eine Welt geschaffen, die es vorher nicht gegeben hat und Berith seinen Stempel aufgedrückt. "Die zerbrochene Welt" überzeugt auch sprachlich, trotz der gehobenen Sprache macht der Autor es seinen Lesern leicht, der Geschichte zu folgen.

Bildgewaltig und lebendig vermischen sich Abenteuer, Magie und atemberaubende Spannung zu einem grandiosen Werk. Ralf Isau versteht sein Handwerk.

Lesern der High Fantasy ist "Die zerbrochene Welt" ans Herz zu legen. Der zweite Teil der Trilogie erscheint unter dem Titel "Feueropfer" am 07.10.2011. 

Die zerbrochene Welt:
Band 1: "Die zerbrochene Welt"
Band 2: "Feueropfer" (Oktober 2011)
Band 3: -geplant-



Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
ISBN-13: 978-3492701914
http://www.piper-verlag.de

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