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Mittwoch, 3. August 2011

[Rezension] Die Entschwundenen (Oksa Pollock 2) von Anne Plichota und Cendrine Wolf




Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt Oksa und ihrem Freund Gus nach dem Kampf mit Orthon, besser bekannt als Mr. McGraw, nicht. Kurze Zeit später verschwindet Gus plötzlich nach dem Unterricht auf mysteriöse Weise, Oksa kann nur sein Handy finden. Erst einmal kann sich keiner der "Rette-sich-wer-kann" (eine geheime Gruppe, die dem magischen Ort Edefia entfliehen musste) erklären, wie Gus am helllichten Tage auf dem Gelände der St. Proximus verschwinden konnte.

Nach dem sich die "Rette-sich-wer-kann" beraten haben, steht fest, dass Gus einem magischen Fluch zum Opfer fiel und er eingemäldet wurde, was bedeutet, dass er in einem Gemälde gefangen ist. In Edefia ist dies gleichzusetzen mit einem Gefängnis. Um wieder freizukommen, muss der Gefangene die schwersten Prüfungen bestehen. Um Gus zu retten, lassen sich Oksa, ihr Vater Pavel, Leomido, der Feenmann Abakum, Gus Adoptivvater Pierre und der geheimnisvolle Tugdual ebenfalls eingemälden. Mit von der Partie ist Dragomiras Plempline und auch die Sensybille begleitet die Abenteurer.

Die Reise durch das Gemälde stellt Oksa und ihre Gefährten vor die härtesten Prüfungen ihres Lebens und ihr Leben wird nicht nur einmal gefährdet. Doch nicht nur sie sind in großer Gefahr, in London werden Dragomira und Oksas Mutter Marie von den Treubrüchigen bedroht, da es in den eigenen Reihen einen Verräter gibt, doch wer hat die Seiten gewechselt?


Kritik

Mit "Die Entschwundenen" gehen die Abenteuer von Oksa Pollock und den "Rette-sich-wer-kann" in die zweite Runde. Die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf lassen ihrer Fantasie wieder freien Lauf und so dürfen wir Leser uns erneut auf die unterhaltsamen Erlebnisse der "Rette-sich-wer-kann" und deren Gegenspieler freuen.

Die Autorinnen bedienen sich einem auch schon für junge Leser geeigneten, klaren Erzählstil, dem spielend gefolgt werden kann. Unterstützt wird dies durch eine angenehme Satzlänge und 64 kurze Kapitel, das ist besonders für die jungen Leseratten sehr vorteilhaft. Dabei hauchen Anne Plichota und Cendrine Wolf ihren sympathischen Figuren und der hier ungewöhnlichen Umgebung, in der die fantasievolle Geschichte spielt, so viel Leben ein, dass der Leser sich diese schnell bildlich vor Augen führen kann. Auch die Handlung an sich zeigt, dass sich hier zwei kreative und vor allem einfallsreiche Köpfe zusammengetan haben. Gemeinsam wurde hier ein origineller Plot entwickelt, der mit viel Charme besticht.

Im Rückblick auf die Ereignisse wird uns Lesern die Geschichte aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. Da sich die Ereignisse zeitgleich in zwei verschiedenen Ebenen abspielen, wechselt diese Person immer mal wieder von den Erlebnissen der "Eingemäldeten" zu den "Rette-sich-wer-kann", die sich im realen London aufhalten. So kann der Leser beide Gruppen gut im Auge behalten. Da sich die Perspektivwechsel immer an besonders spannenden Stellen ereignen, wird der sowieso schon fesselnde Spannungsbogen noch zusätzlich erhöht. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich in ein stimmiges Gesamtbild zusammen und harmonieren sehr gut miteinander. Mit einem neugierig machenden Cliffhanger endet dann auch der zweite Teil um Oksa Pollock viel zu schnell. Auch wenn die Abenteuer zufriedenstellend bewältigt wurden, möchte man doch zu gerne und am besten sofort wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Oksa und ihre Familie lernt der Leser in "Die Entschwundenen" noch besser kennen, Gleiches gilt auch für die Mitstreiter auf dem Weg zurück nach Edefia. Oksa findet sich mittlerweile mit ihrer Bestimmung besser ab und kann ihre Gaben sehr gut annehmen. Mit ihrer ehrlichen und charmanten Art wickelt sie die Leser schnell um den Finger. Glaubwürdig entwickelt sich die junge Protagonistin weiter und zeigt sich dabei auch etwas als Vorbild für die Zielgruppe. Mit Werten wie Respekt, Charakterstärke, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit ausgestattet ist sie keinesfalls eine unsympathische Überfliegerin, sondern aufgrund ihrer auch mal explosiven Art sehr menschlich.

Ebefalls lernt der Leser Oksas Vater Pavel Pollock besser kennen, auch er hütet eine besondere Gabe, die sich als lebensrettend erweisen dürfte. Auch wenn Pavel sich so manches Mal gegen eine Rückkehr nach Edefia ausspricht, steht er doch mit seinen geballten Kräften hinter der gemeinsamen Sache.

Tugdual, ebenfalls ein junger und im "Da-Draußen" geborener "Rette-sich-wer-kann" bleibt düster und geheimnisvoll, scheint aber eine ehrliche Haut zu sein der unbedingt hinter der jungen Huldvollen und der "Rette-sich-wer-kann" steht. Nur Gus scheint ihm ein Dorn im Auge und nicht nur einmal kommt es zwischen den beiden zu vernichtenden Auseinandersetzungen. Zudem bringt Tugdual Oksas Gefühle ordentlich durcheinander.

Selbstverständlich dürfen auch die nicht menschlichen Wesen aus Edefia hier nicht fehlen, ob Plemplem und Plempline, Sensybille, Kapirnix oder auch die empfindliche Goranov, gerade diese Geschöpfe machen die Geschichte unverwechselbar und bezaubernd charmant.

Das Cover ist in grünen Tönen gehalten, lediglich das in Flammen stehende "Oksa Pollock" und die drei für dieses Buch wichtigsten Darsteller, Oksa, Gus und Tugdual werden hier hervorgehoben. Der Titel und die wunderschönen Blumenranken passen sich dem Hintergrund perfekt an.


Die Autorinnen

Anne Plichota

Geboren in Dijon, ist Bibliothekarin in Straßburg, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften, lebte einige Zeit in Korea und arbeitete in China. Sie hat eine elfjährige Tochter, ist ein Fan von angelsächsischer Literatur und interessiert sich für Geschichten und Sehnsüchte anderer Menschen.


Cendrine Wolf

Geboren in Colmar, studierte Sport und arbeitete viele Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in Straßburg wurde. Sie liebt alles, was schnell ist, fantastische Literatur und malt sehr gerne.


Fazit

Auch der zweite Band um Oksa Pollock, "Die Entschwundenen", besticht wieder durch kreative Ideen und liebenswerte Charaktere. Schnell ist der Leser von der faszinierenden Handlung gefesselt.

Geübte Buchwürmer ab ca. 10 Jahren, aber auch erwachsene Liebhaber fantastischer Literatur werden mit viel Spaß in der zauberhaften Atmosphäre versinken können, die die beiden Autorinnen hier geschaffen haben.

Anne Plichota und Cendrine Wolf haben die Reihe um Oksa Pollock momentan auf sechs Bände ausgelegt, deren Verlauf man unbedingt im Auge behalten sollte.


Oksa Pollock:
Band 1: "Die Unverhoffte"
Band 2: "Die Entschwundenen"
Band 3 - 6: -geplant-



Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
ISBN-13: 978-3789145032
Originaltitel: La Forêt des égarés
Übersetzt von: Bettina Bach und Lisa Maria Rust
www.oetinger.de

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