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Sonntag, 27. Februar 2011

[Rezension] Altraterra 01 - Die Prophezeiung von Yvonne Pioch

Die 13 Jahre alte Anne lebt mit ihrem Vater auf einem Bauernhof und hilft ihm bei der täglichen Arbeit auf diesem. Ihre Mutter verstarb früh und ihr Bruder Henri ist zum studieren auf eine ferne Universität gegangen.

Ihrer Zukunft sieht Anne nicht besonders glücklich entgegen, eine Heirat mit einem ungebildeten Bauernsohn aus der Nachbarschaft und ein arbeitsreiches, wenig spannendes Leben scheint vor ihr zu liegen. Lediglich ein immer wiederkehreder Traum verwirrt das junge Mädchen. In diesem sieht sie sich einen geheimnisvollen und sehr gutaussehenden Mann heiraten.

Eines Tages kommt Henri, Anne und den gemeinsamen Vater besuchen, in seiner Begleitung ist der Mann, den Anne schon so oft in Ihren Träumen gesehen hat, Miraj. Dieser ist Anne gegenüber zwar freundlich aber ihn scheint ein düsteres Geheimnis zu umgeben. Sehr enttäuscht ist Anne allerdings von ihrem Bruder Henri, dieser behandelt Anne sehr herablassend, von der früheren geschwisterlichen Freundschaft scheint nichts mehr geblieben zu sein.

Die Tage vergehen und Miraj trainiert oft hart mit Henri Schwertkampf und auch magische Techniken, bis eines Nachts ein Überfall die Welt von Anne auf den Kopf stellt. Der Hof wird angegriffen und bei diesem Überfall wird Annes Vater ermordet. Miraj und Henri gelingt die Flucht und die beiden Männer nehmen Anne mit. Mit diesem Ereignis verändert sich das Leben des jungen Mädchens komplett, sie erfährt von Miraj das sie in einer magischen Welt lebt und gerät in die Kämpfe der Magier.


Kritik


Mit Altraterra - Die Prophezeiung hat die Autorin Yvonne Pioch ihren Debütroman veröffentlicht, der der erste Teil einer All-Age-Fantasy Trilogie ist.

Die Autorin bedient sich einem überschaubaren und sehr bodenständigen Schreibstil, dem auch junge Leser leicht folgen können. Dabei legt die Autorin beim erzählen ihrer Geschichte viel Wert auf ein kraftvolles und authentisches Bild, ohne sich in Erklärungen zu verlieren. Die Umgebung wird stets passend beschrieben, so kommt die jeweilige Atmosphäre überzeugend beim Leser an. Dabei nimmt sich die Autorin genug Zeit die Figuren und die Welt in die sich diese bewegen zu entwickeln und dem Leser so verständlich nahe zu bringen.

Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz, anfangs sanft ansteigend baut sich der Spannungsbogen bis zum Ende gekonnt auf. Das Ende ist zufriedenstellend, wenn auch leicht verwirrend. Die Neugier auf den zweiten Teil der Trilogie wird so aufgebaut und der nächste Teil mit Spannung erwartet.

Mit Altraterra hat die Autorin eine neue Welt geschaffen, in der normale Menschen leben, die von der Magie nichts ahnen und ein gewöhnliches Leben führen. Auf der anderen Seite stehen die Magier die sich in drei verschiedene Gruppen teilen. Da gibt es die grünen Magier die sich für die besten Magier halten und dabei recht hochnäsig sind. Die schwarzen Magier wollen den Menschen schaden und befinden sich in einem ewigen Kampf gegen die Menschheit und besonders den grünen Magiern. Dazwischen stehen die roten Magier, deren Kräfte nicht besonders stark sind und da sie von den schwarzen Magiern abstammen, werden sie von den grünen lediglich geduldet und mit Misstrauen bedacht.

Yvonne Pioch erzählt die Geschichte ihrer Protagonisten aus der Perspektive eines Beobachters, der sich meistens auf Anne konzentriert. Hier kann man sagen, dass die Autorin diese Perspektive klug gewählt hat, da Anne die Welt in der sie lebt neu selbst kennen lernen muss und der Leser so mit Anne gemeinsam Altraterra entdecken kann.

Die Zeichnung der Figuren ist der Autorin sehr gut gelungen, ohne gleich zu viel zu verraten gibt sie den Protagonisten ein Gesicht und eine Fülle Charaktereigenschaften die sich im Laufe der Handlung offenbaren. Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte und manches scheint doch anders als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Dies macht zu einem guten Teil das geheimnisvolle dieses Romans aus da nicht jede Figur völlig durchschaubar ist. Besonders die Entwicklung von Anne ist der Autorin dabei hervorragend gelungen.

Der Leser kann Annes Entwicklung von einer wissbegierigen Jugendlichen bis zu einer jungen, magisch begabten Frau mit verfolgen. Anne muss sich plötzlich in einer, für sie, komplett fremden Welt zurechtfinden und sieht sich den Kämpfen von Guten und bösen Magiern gegenüber. Ihren Platz in dieser Welt suchend muss sie gefährliche Abenteuer bestehen, erlebt die ersten zarten Bande der Liebe und auch Neid, Vorurteile, Wut, Trauer und Hass muss sie kennenlernen.

Auch die Beziehungen untereinander entwickeln sich, nicht alle wie es anfangs scheint auch hier bietet die Autorin durchaus Überraschungen.


Fazit


Yvonne Pioch hat mit " Altraterra: Die Prophezeiung " ein interessantes Buch, über das erwachsen werden geschrieben. Die Geschichte ist einfach als unterhaltsam und reizend zu bezeichnen.

Die neue All-Age-Fantasy Trilogie der Autorin Yvonne Pioch kann jungen wie auch erwachsenen Lesern der Fantasy nahe gelegt werden.


Autorin


Yvonne Pioch ist freie Autorin, Lektorin und Journalistin. Geboren ist sie in Düsseldorf, lebt und arbeitet aber seit 6 Jahren in Frankfurt am Main. Nach Praktika und freier Mitarbeiter bei FAZ, AP und Frankfurter Neue Presse und einem Zwischenstopp in der PR habt sie sich selbstständig gemacht und ist damit sehr glücklich.

Altraterra ist Yvonne Piochs erster Roman und gleich der Auftakt einer Trilogie. In dieser Fantasy-Geschichte geht es vor allem um Identität, Macht, Familie und Freunde - und die Schwierigkeit, den eigenen Weg zu finden



Taschenbuch: 314 Seiten
Verlag: lulu.com (20. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1446702669
ISBN-13: 978-1446702666

Leseprobe

©Nadine Warnke

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