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Sonntag, 16. Januar 2011

[Rezension] Ascheherz von Nina Blazon


Summer ist ein junges Mädchen, das keinerlei Erinnerung an ihr Leben hat. So begann ihr, wie sie es nennt, "Katzenleben" vor knapp eineinhalb Jahren.

Seitdem ist die junge Schauspielerin und Tänzerin auf der Flucht. In ihren Träumen macht ein Blutmann Jagd auf Summer, um sie zu töten. Dieser düstere Mann macht Summer große Angst, auch wenn sie keinerlei Erinnerung hat, warum dies so ist.

Seit Kurzem befindet Summer sich in Maymara, einer Stadt am Meer und hat sich der Theatergruppe von Mort angeschlossen. Sie ist so glücklich, wie sie es unter ihren Umständen sein kann, bis sie bei einer Vorstellung die Handschuhe des Blutmanns sieht. Summer erschrickt zu Tode und ihre Zeit ist wieder einmal gekommen, um Hals über Kopf zu fliehen.

Auf ihrer Flucht wird Summer von einem jungen Mann namens Anzej gerettet und dieser überzeugt Summer davon, sich ihm anzuschließen. Anzej kommt aus den Nordlanden und ist auf dem Weg in seine Heimat, die er sehr vermisst.

Summer schließt sich Anzej an und neben der Reise in sein Land, begibt die junge Frau sich auf die Reise zu ihrer eigenen Vergangenheit.


Kritik

Mit "Ascheherz" hat die Autorin Nina Blazon wieder einen großartigen Fantasyroman geschrieben, der von der breiten Masse erfreulicherweise deutlich abhebt.

Der Einstieg in den Roman ist anfangs recht stockend. Das Theater und auch das Stück, in dem Summer eine Rolle spielt, werden sehr ausführlich beschrieben, spielen aber im weiteren Verlauf der Geschichte keine Rolle mehr.

Fahrt nimmt der Roman ab dem Erkennen, dass Summer wieder einmal der Blutmann auf die Spur gekommen ist, auf. Der Schock darüber und auch der Verlust den Summer erleidet, wird dem Leser deutlich nahegebracht. Die Autorin beschreibt sehr glaubwürdig, wie ihre Protagonistin unter ihrem Schicksal leidet, keinerlei Erinnerung an die eigene Vergangenheit zu haben und aus rätselhaften Gründen verfolgt, ist Summers Schicksal nicht leicht.

Schon dadurch, dass der Leser, wie auch Summer nicht weiß, warum sie verfolgt wird und welche Tat dem zugrunde liegt, baut sich ein konstanter Spannungsbogen auf. Dieser flacht auch nicht ab, als einige der Geheimnisse gelüftet werden, diese geben dem Leser erneut Rätsel auf, die geklärt werden wollen. Die Autorin hält sich durch die Geschichte an ihren originellen Plot und auch die Nebengeschichten und Rückblenden ergänzen diesen perfekt. Fesselnde Spannung, mystische Elemente und auch eine zarte Liebesgeschichte finden ihren Platz in "Ascheherz" und wirken sehr überzeugend und realistisch.

Aus der Sicht eines Beobachters, der sich auf Summer konzentriert, wird die Geschichte erzählt, die Spannung wird schon dadurch erhalten, dass auch der Erzähler nie mehr preisgibt, als Summer zum jeweiligen Zeitpunkt weiß.

Mit ihrem leicht verständlichen und doch ausführlichen Schreibstil beschreibt Nina Blazon die Welt, die sie geschaffen hat, so lebendig, dass kaum Fragen offenbleiben. Jedes Wesen, Gebäude und auch die Landschaft werden unter Nina Blazons Feder so perfekt beschrieben, dass beim Lesen vor dem inneren Auge keine Fragen offenbleiben. Trotzdem verrennt sich die Autorin nicht in den Beschreibungen, sondern gibt auch der Handlung den entsprechenden Raum, sich zu entfalten. Mit ihrem atmosphärisch dichten Stil spricht die Autorin die Sinne des Lesers an.

Auch die unterschiedlichen und individuellen Figuren werden sehr greifbar und glaubwürdig erzählt. Jede hat etwas, was sie zu ihren Handlungen treibt, um das zu erreichen, was das Ziel des jeweiligen Charakters ist. Leicht fällt es, durch die präzise Beschreibung des Aussehens der Charaktere, sich diese bildlich vorzustellen, und auch die Charaktereigenschaften und Entwicklungen der Figuren kommen hier nicht zu kurz. Die Beziehungen zwischen den Protagonisten sind dagegen nicht sofort klar, diese schlüsseln sich aber im Verlauf der Handlung auf, und am Ende bleibt auch hier keine Frage ungeklärt.

"Ascheherz" ist ein gebundener Roman, der ein zauberhaft schönes Cover hat. In hellen blau-lila Tönen gehalten, sieht man das Gesicht einer jungen Frau, deren Mund durch einen blauen Schmetterling verdeckt ist. Dieses passt sehr gut zum Plot des Buches.


Fazit

Mit "Ascheherz" hat die Autorin Nina Blazon einen wirklich fantastischen Roman geschrieben, der sich unter anderem mit dem Thema "Tod" auseinandersetzt. Trotz des etwas ungewöhnlichen Einstiges, fesselt dieser schnell. Auch, dass er sich deutlich von der breiten Masse der momentanen Fantasyliteratur abhebt, macht "Ascheherz" zu etwas Besonderem.

Jungen sowie jung gebliebenen Lesern des Genres "Fantasy" und "Mystik" kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Eine spannende, mystische Geschichte und eine zarte Liebe erwarten hier den Leser.


Autorin

Nina Blazon verbrachte die Kindheit und ihre Jugendzeit in Bayern. Nach dem Studium der Fächer Germanistik und Slawistik an der Universität Würzburg unterrichtete sie als Lehrbeauftragte an den Universitäten Tübingen und Saarbrücken und arbeitete unter anderem für die Cuxhavener Nachrichten und weitere Tageszeitungen sowie als Werbetexterin. Für ihren Fantasyroman "Im Bann des Fluchträgers", dem ersten Teil der "Woran"-Saga, erhielt sie 2003 den Wolfgang-Hohlbein-Preis. Auf ihrer Homepage befasst sie sich außerdem mit anderen Geschichten und Schriftstellern (u. a. Wolfgang Hohlbein), die sie vorstellt, indem sie ihnen fünf Fragen stellt. Nina Blazon lebt mit ihrer Familie in Baden-Württemberg und betätigt sich nebenbei auch noch als Übersetzerin. (Quelle: Wikipedia)


Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
ISBN-13: 978-3570160657
www.randomhouse.de/cbt


Leseprobe


Werke der Autorin

Der Bund der Wölfe (Verlag: Sauerländer) ISBN 3-7941-7039-3
Der Spiegel der Königin (Verlag: Ravensburger) ISBN 3-473-35257-8



Woran-Saga (Verlag: Ueberreuter)

Teil 1: Im Bann des Fluchträgers ISBN 3-8000-5061-7
Teil 2: Im Labyrinth der alten Könige ISBN 3-8000-5107-9
Teil 3: Im Reich des Glasvolks ISBN 3-8000-5215-6


Der Kuss der Russalka (Verlag: Ueberreuter) ISBN 3-8000-5159-1
Die Rückkehr der Zehnten ISBN 3-8000-5131-1
Der Maskenmörder von London (Verlag: Sauerländer) ISBN 3-7941-7050-4



Die Taverne am Rande der Welten (Verlag: Ravensburger)

Teil 1: Reise nach Yndalamor ISBN 3-473-52317-8
Teil 2: Im Land der Tajumeeren ISBN 3-473-52328-3
Teil 3: Das Königreich der Kitsune ISBN 3-473-52349-6

Katharina (Verlag: Ravensburger) ISBN 3-473-35268-3
Die Sturmrufer (Verlag: Ueberreuter) ISBN 978-3-8000-5254-7
Das Amulett des Dschingis Khan (Verlag: Sauerländer) ISBN 978-3-7941-8068-4
Faunblut (Verlag: Bertelsmann) ISBN 978-3-570-16009-1
Totenbraut (Verlag: Ravensburger) ISBN 978-3-473-35304-0
Die Königsmalerin (Verlag: Ravensburger) ISBN 978-3-473-35278-4
Schattenauge (Verlag: Ravensburger) ISBN 978-3-473-35314-9


©Nadine Warnke

1 Kommentar:

Maria hat gesagt…

Das Buch liegt noch immer auf meinem SuB und wartet darauf, endlich gelesen zu werden. Bei meinem ersten Versuch konnte ich auf den ersten Seiten einfach nicht richtig in die Geschichte hineinfinden, aber wenn du sagst, dass der Anfang recht stockend, der Rest der Geschichte jedoch sehr spannend ist, werde ich mich sicher nochmal daran versuchen. Denn ihr Schreibstil und die Idee des Buches gefallen mir sehr :) Liebe Grüße

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