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Sonntag, 16. Oktober 2011

[Rezension] Jägermond - "Im Reich der Katzenkönigin" von Andrea Schacht



 
Bastet Merit, die Königin des Katzenreichs Trefélin, besucht unsere Welt, um von ihrer sterbenden Menschenfreundin Gesa Abschied zu nehmen. Doch bei dem Besuch kommt es zur Katastrophe. Bastet verliert ihr magisches Ankh und ist nicht nur in unserer Welt gefangen, sondern auch im Körper einer wehrlosen Hauskatze. Ihre einzige Chance ist der Ohrring, den sie einst Gesa schenkte und der über die gleichen Fähigkeiten verfügt wie das Ankh. Aber Gesa hat den Talisman ihrer Enkelin Feli hinterlassen - und es nicht mehr geschafft, die junge Frau auf ihr Erbe vorzubereiten.

Feli ahnt nicht, was auf sie zukommt. Bis drei ziemlich unerfahrene Kater in Menschengestalt auf der Suche nach ihrer Königin unvermittelt bei ihr auftauchen. Außerdem ist Finn, der Bruder von Felis bester Freundin, ebenfalls in die Sache verwickelt. Und obendrein ist er auch noch in sie verliebt! Als ob Feli nicht schon genug eigene Probleme hätte ... (Verlagsinfo)


Kritik

Andrea Schacht hat mit "Jägermond - Im Reich der Katzenkönigin" nicht nur einen mystischen Katzenroman geschrieben, sondern auch einen Roman um das Erwachsenwerden.

Klar verständlich erzählt Andrea Schacht uns Lesern die Geschichte, die sich in der realen Welt und in Trefélin abspielt. Dabei erzählt eine dritte Person von den Abenteuern die Feli, Finn und die Katzen zu bestehen haben. Der Stil der Autorin ist sehr ausdrucksstark und flüssig, manchmal sogar poetisch. Aber auch auf authentische Dialoge legt die Autorin Wert, und so stolpert der Leser nicht nur über Schimpfworte wie Rattenkacke und Mäusepisse. Diese umgangssprachlichen Dialoge passen allerdings grundsätzlich zu den jeweiligen Charakteren und wirken daher zwar manchmal schon störend aber gleichzeitig auch authentisch. Hier ist auch zu beachten, dass die Autorin durchaus zwischen den Geschlechtern und deren Alter unterscheidet, eine männliche jugendliche Figur drückt sich wesentlich handfester aus als ein weiblicher oder auch älterer Charakter.

Durch abgehackte Sätze unterstreicht die Autorin das Tempo der Geschichte, wenn die Darsteller beispielsweise kämpfen müssen oder gar fliehen. Diese Gedankenfetzen passen hervorragen zu den jeweiligen Situationen und unterstützen die aufkommende Spannung. Der Spannungsbogen verläuft keinesfalls linear, es kommt immer wieder zu Höhen und Tiefen. Dies passt zum Plot, schließlich will die Welt Trefélin erklärt werden und auch die verschiedenen Charaktere beziehen Stellung. Auffällig ist allerdings, dass die Figuren ihre Ziele recht einfach erreichen. Zwar bieten sich immer wieder neue Hindernisse, diese werden aber ohne große Probleme gemeistert.

Andrea Schacht schafft es, sich trotz kleinerer Nebenpassagen an den roten Faden ihres Plots zu halten. Zum Ende werden alle noch offenen Handlungsstränge aufgelöst und zusammengeführt. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild.

Bildgewaltig beschreibt die Autorin die Wälder rund um den Dolmen, der einen geheimen Eingang in die mystische Welt Trefélin versteckt. Auch Trefélin, die Welt der Katzen wird durch die lebendigen Beschreibungen greifbar und das Abtauchen in diese mystische Welt fällt leicht.

Auch wichtige Themen schneidet die Autorin an. Nicht nur das Erwachsenwerden von Feli und Finn wird hier behandelt. Auch das Verhalten Menschen gegenüber den Tieren, beispielsweise die Qual von Tierversuchen werden deutlich gemacht. Dies teilweise brutal realistisch. Aber auch das Gute im Menschen gegenüber den Tieren wird angesprochen.

Liebevoll sind die in Wesen und Charakter unterschiedlichen Charaktere gezeichnet. Durch Aussehen und verschiedenen Charaktereigenschaften sind diese recht schnell unterscheidbar. Ob Katze oder Mensch, alle Darsteller tragen das ihre zum stimmigen Gesamtbild bei. Die Charaktere haben einen Hintergrund, der sie antreibt, und wirken so sehr glaubwürdig. Auch die Gegenspieler kann der Leser durchaus verstehen, diese sind nicht abgrundtief böse, sondern handeln aus ihren Erfahrungen.

Die gewählte Kombination aus Goldtönen und kräftigem Blau, lassen das Cover sehr mystisch aussehen. Dies passt hervorragend zum Plot und sieht nebenbei auch noch klasse aus. Zum Ende des Romans werden die verschiedenen Charaktere nochmals kurz vorgestellt. Angenehm war auch die Länge der Kapitel, nicht zu lang und mit einer Überschrift versehen, die auf die Ereignisse des folgenden Kapitels hinweist, kommen hier auch jüngere Leser schon gut zurecht.


Autorin

Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit "Die elfte Jungfrau" kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.


Fazit

Mit "Jägermond - Im Reich der Katzenkönigin" hat Andrea Schacht einen wunderbaren Roman um die mystische Welt Trefélin und das Erwachsenwerden geschrieben. Eindrucksvolle und liebenswerte Charaktere, ein unterhaltsamer Plot, mystische Handlungsorte und ein feiner Humor laden zum Schmökern ein. Andrea Schacht schafft es, ihre Leser in eine magische Welt zu entführen und nicht nur zu unterhalten, sondern auch ein paar Dinge aufzuzeigen.

Ich muss gestehen, dass ich anfangs dem Roman sehr skeptisch gegenüberstand. Katzen als Protagonisten eines Fantasyromans? Ich konnte es mir nur schwer vorstellen und bin eines Besseren belehrt worden. Andrea Schacht hat mich mit ihren intelligenten Samtpfoten und dem unterhaltsamen Plot absolut überzeugen können. Hier passt wirklich alles zusammen.


Broschiert: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3764530723
www.randomhouse.de/penhaligon

Auf der Buchmesse habe ich ein sehr schönes Interview für Buchwurm.info mit Andrea Schacht geführt, dieses wird in den nächsten Tagen auch hier online gehen :)

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