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Freitag, 4. März 2011

[Rezension] Der König und die Totenleserin von Ariana Franklin

England 1176. Henry II befindet sich im Krieg gegen die Waliser. Die Waliser hoffen noch immer darauf dass ihr Held, König Arthus aus seinem Jahrhunderte währenden Schlaf erwacht und wieder die Krone des englischen Königs trägt. Als nach einem verheerenden Brand im Kloster Glastonbury zwei Skelette geborgen werden, hofft der König damit beweisen zu können, dass König Artus und seine Gemahlin Guinevere tot sind. Um den Tod seiner Gegenspieler beweisen zu können beauftragt König Henry II die in seinem Dienst stehende „Totenleserin“ Adelia nachzuweisen, dass es sich bei den Gebeinen um König Artus und Guinevere handelt.
Adelia, die sich zusammen mit ihrer Freundin Emma auf einer Reise durch England befindet um die Erbansprüche von Emmas Sohn zu klären, ist nicht begeistert über den erneuten Auftrag König Henrys. Wiederwillig folgt Adelia mit ihrem arabischen Freund Mansur, Gyltha der Kinderfrau Adelias Tochter Alli dem Ruf des Königs und folgt Henrys nach Glastonbury.

In Glastonbury erwartet die Gruppe erst einmal ein seltsamer Empfang in dem dortigen Gasthaus. Tags darauf hat Adelia den ersten Blick auf die beiden Skelette, beide sind zu Lebzeiten grausam zerstückelt worden. Gemeinsam mit Mansur, macht Adelia sich daran zu forschen, ob es sich bei den beiden Skeletten tatsächlich um den sagenumwobenen König handeln könnte und schnell befindet Adelia sich wieder einmal in einem gefährlichen Abenteuer, als sie feststellen muss das ihre Freundin Emma mit ihrem ganzen Gefolge wie von Erdboden verschluckt ist nimmt die Geschichte ihren Lauf.


Kritik


Mit „Der König und die Totenleserin“ hat die Autorin Ariana Franklin den bereits dritten Band ihrer Serie um die erste Pathologin Englands geschrieben. Wie schon in „Die Totenleserin“ und „Die Teufelshaube“ nimmt die Autorin den Leser mit in das mittelalterliche England. Zu dieser Zeit war es im Abendland Frauen strengstens untersagt als Medicus oder schlimmer noch als Totenleserinnen zu arbeiten.

Mit einem sehr gefälligen und leicht verständlichen Schreibstil macht es die Autorin dem Leser leicht dem atemberaubenden Geschehen zu folgen. Bildgewaltig lässt die Ariana Franklin das mittelalterliche England wieder auferstehen und es fällt leicht, sich mit der Geschichte mitreißen zu lassen. In dem historischen Roman wird eine überzeugende Atmosphäre aufgebaut. Den Hauptteil des Romans machen die Ermittlungen die Adelia in den verschiedenen Fällen macht aus. Geschickt verwebt die Autorin dabei historische Ereignisse, wie zum Beispiel die von Henry Plantagenet eingeführte „moderne“ Rechtssprechung, sowie der fiktiven Geschichte um Adelia. Mit König Artus und dem Schwert Excalibur baut die Autorin außerdem die wohl berühmteste Sage Englands in die Geschichte ein. Alle Handlungen wie das Rätsel um die geborgenen Skelette, das mysteriöse Verschwinden Emmas und ihrem Gefolge, sowie andere Nebenhandlungen greifen in einander über und sind stimmig konzipiert. Die Geschichte schlüsselt sich am Ende befriedend auf und alle Fragen sind zufriedenstellend geklärt.

Der Spannungsbogen der sich ab dem Ruf des Königs nach Adelia konstant aufbaut, erlebt durch die verschiedenen Ereignisse immer wieder neue Höhen. Gebannt folgt der Leser dem Geschehen und ein Beiseitelegen des Romans fällt schwer, zu sehr fiebert man mit der Protagonistin mit.

Dieser Roman wird aus der Perspektive eines Betrachters erzählt der sich die meiste Zeit auf Adelia konzentriert. Diese Sicht der Dinge trägt ungemein zu Spannung bei, da der Leser immer nur genau soviel ahnt wie die Protagonistin selber.

Die Charaktere die der Leser schon in den vorangegangenen Büchern kennen lernen durfte, entwickeln sich überzeugend weiter. Die Handlungen, Sorgen und Ängste der Protagonisten sind nachvollziehbar und einleuchtend.

Die taffe und sehr sympathische Heldin Adelia Aguilar zieht den Leser unweigerlich in ihren Bann. Aufgewachsen in dem für seine Zeit sehr fortschrittlichem Salerno, muss sie ihr medizinisches Wissen vor dem Menschen verstecken und so wird ihr Diener Mansur zu dem frühzeitlichen Forensiker. Öffentlich tritt Adelia nur als seine Übersetzerin und Gehilfin auf. Den Gefahren ihres Handelns bewusst, tritt die junge Frau trotzdem für die Toten ein und sorgt so dafür das diese nach dem Tod noch Gerechtigkeit erfahren. Aber nicht nur den Toten fühlt sich Adelia verpflichtet, auch den Lebenden eilt sie zur Hilfe wenn diese nottut.

Die weiteren Figuren sind ebenfalls einleuchtend und lebensnah konzipiert und auch wenn einige der Randfiguren etwas blass wirken, sind sie doch ausreichend erklärt.

Die Gestaltung des Covers ist perfekt gelungen, auf hellem Hintergrund nimmt der Blutrot geschrieben Titel den meisten Platz ein, verziert durch ein paar Blutflecken und einer Kette mit Kreuzanhänger fällt dieses positiv ins Auge.

Fazit


Mit „Der König und die Totenleserin“ ist der Autorin wieder einmal eine spannende und authentische Reise in vergangene Zeiten gelungen. Geführt von einer couragierten und sehr liebenswerten Heldin die absolut weiß was sie will und dieses auch erfolgreich, selbst gegen einen König, durch zusetzen vermag.

Der Roman kann allen empfohlen werden, die gerne mittelalterliche Krimis lesen und sich von einer weiblichen Heldin nicht abschrecken lassen. Die fiktive Geschichte passt sich den historischen Ereignissen rund um Henry Plantagenet sehr gut an.

Bleibt nur zu hoffen dass es bald einen weiteren Teil um Adelia Aguilar geben wird.


Autorin


Ariana Franklin hat als Journalistin gearbeitet, bevor sie die Schriftstellerei für sich entdeckt hat. Ihr erster Roman mit ihrer ungewöhnlichen Heldin Adelia erschien 2007 bei Droemer mit dem Titel "Die Totenleserin". Ariana Franklin ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von London.



Verlag: Droemer (14. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426198657
ISBN-13: 978-3426198650
Originaltitel: Grave Goods

Leseprobe


Nadine Warnke

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