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Sonntag, 6. November 2011

[Rezension] Die Seelen der Nacht (All Souls 1) von Deborah Harkness


"Es beginnt mit Mangel und Verlangen.
Es beginnt mit Blut und Angst.
Es beginnt mit einem Hexenfund."


Diana Bishop ist nicht nur Historikerin mit Leib und Seele, in ihr fließt auch das Blut eines alten und mächtigen Hexengeschlechts. Seit dem grausamen Tod ihrer Eltern unterdrückt Diana ihre Kräfte so gut sie kann und hat der Hexerei größtmöglich den Rücken zugewandt.

Bei ihren Studien in Oxford bekommt sie ein mysteriöses magisches Hexenbuch in die Hände und fortan ist es ihr unmöglich, ihre Wurzeln zu verleugnen. Seit über 150 Jahren war das Manuskript verschwunden und mit dem Moment, als Diana es in den Händen hält, ist jede Hexe, jeder Dämon und auch jeder Vampir hinter ihr her, um das geheime magische Wissen zu entschlüsseln.

Doch ein Vampir scheint Diana helfen zu wollen. Matthew Clairmont, ebenfalls Akademiker und zudem mit der Lebenserfahrung von 1500 Jaren gesegnet, will mit ihr die düstern Gestalten bekämpfen und zudem ihre Macht entfesseln. Aus anfänglich großer Abneigung wird Sympathie, was die Sache allerdings noch kritischer macht, als sie ohnehin schon ist. Der Konvent der magischen Wesen, die Kongregation, verbietet das Mischen der Rassen und verfolgt Diana und Matthew nur um so intensiver.


Kritik

Deborah Harkness erzählt in "Die Seelen der Nacht" von großen Abenteuern, einer mächtigen Liebe und Geheimnissen, die sich erst langsam offenbaren. Hexen, Vampire und Dämonen kämpfen mit- und gegeneinander.

Kaum zu glauben, dass es sich bei "Die Seelen der Nacht" um einen Debütroman handeln soll. Die Autorin erzählt die Geschichte um Diana Bishop in einer unglaublichen Komplexität. Die Sprache ist dabei einfach gehalten, aber trotzdem bildgewaltig. Mit viel Liebe zum Detail führt die Autorin ihre Leser facettenreich in die Geschichte ein. Nicht nur die charmanten Darsteller werden gründlich eingeführt, auch die unterschiedlichen Stimmungen und die ansprechenden Schauplätze werden mit viel Liebe facettenreich beschrieben. Besonders einfallsreich wurde zum Beispiel das Haus der Familie Bishop charakterisiert, dieses führt ein Eigenleben und entscheidet so auch, wer es betreten und dort verweilen darf. Da werden im Zweifel auch mal ein paar Zimmer angebaut. Schnell merkt der Leser auch, dass man es mit einer Weinkennerin zu tun hat, Deborah Harkness bescheibt die im Roman getrunkenen Weine so genau in Farbe, Duft und Geschmack, dass der Leser meinen könnte, diese riechen und schmecken zu können. Sinnliche Beschreibungen wie diese machen den Roman unter anderem aus.

In den vielseitigen Plot lässt die Autorin nicht nur die Fantasy einfließen, sie legt sehr viel Wert auf Wissenschaft, historische Ereignisse und überlieferte Persönlichkeiten. Dabei kratzt sie nicht nur an der Oberfläche dieser Themen, sondern führt die Leser in die Materie ein. Dass die Autorin sich mit mittelalterlicher Alchemie und Historie auskennt, merkt der Leser so schnell. In intelligente Dialoge verpackt wird so Wissen vermittelt. Manchmal kommt es da allerdings auch zu Längen, die überwunden werden wollen. Blickt der Leser am Ende dann aber auf das gebotene Gesamtpaket, sind diese im Nu verziehen. Die ausführlichen und detailverliebten Beschreibungen machen unter anderem den Charme der Geschichte aus.

Ohne in altbekannte Klischees der Fantasy zu verfallen, wurden die drei neben den Menschen bestehenden Arten entwickelt. Vampire, Dämonen und auch Hexen wurden in einem ganz anderen, neuen Licht gezeigt. Authentisch, gerne auch mit Hilfe modernster Wissenschaft wie DNA-Proben, erklärt die Autorin die Entstehung und Fähigkeiten der Arten. Dieses vermag sie so gekonnt, dass der Leser ihr dieses gerne abnehmen möchte.

Glaubwürdig wurde auch die Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew konzipiert. Anfängliches Misstrauen wird erst langsam zu Sympathie und Freundschaft, um dann in Liebe umzuschlagen. Eilig hat die Autorin es dabei nicht, sondern gibt ihren Figuren die nötige Zeit. Zarte Gefühle und eine wunderbare Romantik sind unerwartet greifbar und präsent.

Erzählt wird die Geschichte zum größten Teil aus der Perspektive Dianas. Diese Figur lernt der Leser so sehr genau kennen und ihr umfassender Blick auf die Gesamtsituation lässt kaum Fragen offen. Manche Kapitel sind dann aus dem Blickwinkel einer beobachtenden dritten Person geschrieben, diese kommt zu Wort, wenn Matthew getrennt von Diana auftritt.

Der Spannungsbogen verläuft in "Die Seelen der Nacht" mit Höhen und Tiefen. Hochspannende Szenen werden durch ruhigere und erklärende abgelöst. Passend zu dem 800 Seiten starken Schmöker wird dem Leser so die Möglichkeit gegeben, aus der Geschichte aufzutauchen und zu pausieren.

Mit einem Cliffhanger endet der erste Teil der Trilogie "All Souls", dieser ist schon fast als grausam anzusehen. Der nächste Teil der Trilogie sollte daher nicht zu lange auf sich warten lassen, schließlich ist die Geschichte um Diana und Matthew noch lange nicht zu Ende erzählt.

Facettenreich werden die vielschichtigen Figuren, die den Roman bevölkern, beschrieben. Dabei achtet die Autorin auch darauf, dass die Nebenfiguren einen Wiedererkennungswert haben. Besonders lebendig sind allerdings die Hauptdarsteller gezeichnet. Aber egal ob Haupt- oder Nebendarsteller, jeder hat eine Geschichte zu erzählen, die auch gerne mal Jahrtausende zurückreicht. Dazu kommen vielschichtige Charaktereigenschaften.

Diana Bishop ist eine moderne Frau, die glaubt, ihr Leben fest in der Hand zu halten. Geprägt von dem frühen Verlust ihrer Eltern, hat sie sich ein Leben fernab der Magie aufgebaut. Trotzdem stellt sie sich mutig ihren Aufgaben. Fernab von Zauberstab und Hexenkessel stellt sie sich den Begebenheiten und zeigt eine beeindruckende Stärke.

Matthew Clairmont ist kein verweichlichter Möchtegernvampir, sondern besticht durch Reife und durch über die Jahrhunderte angesammeltes Wissen und Erfahrungen. Charme und Intellekt zeichnen ihn aus. Nach einer Frau und besonders nach einer Hexe verlangt es ihm nicht, geprägt durch seine Erfahrungen hält er lieber großen Abstand zu der Liebe. Bei Diana erwacht bei ihm jedoch ziemlich schnell ein exorbitanter Beschützerinstinkt.

Die Covergestaltung ist ein wahrer Eyecatcher, die pinken Blüten auf dunklem Hintergrund strahlen geradezu.


Autorin

Deborah Harkness ist Professorin für europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie bereits mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. Sie schreibt außerdem einen preisgekrönten Wein-Blog (http://goodwineunder20.blogspot.com).

"Die Seelen der Nacht" ist Deborah Harkness' erster Roman, weitere Bücher der Autorin sind bei Blanvalet bereits in Vorbereitung.


Fazit

Der Roman "Die Seelen der Nacht" sollte genossen werden wie ein alter Rotwein, langsam, um alle Facetten wahrzunehmen. Deborah Harkness vermag es, die Sinne ihrer Leser anzusprechen und zu verführen.

Glaubwürdige und vielseitige Charaktere, ein origineller Plot, Spannung und eine zauberhafte Romanze machen den Roman aus. Gepaart mit dem Wissen der US-Historikerin und einem Schreibstil, der keine Wünsche offen lässt, wurde hier ein Roman veröffentlicht, der das Zeug hat, die Bestsellerlisten anzuführen.


All Souls-Trilogie:
Band 1. "Die Seelen der Nacht"
Band 2: "Shadow of Night" (2012)
Band 3: geplant



Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
Originaltitel: A Discovery of Witches
ISBN-13: 978-3764503918
Auflage: September 2011
www.randomhouse.de/blanvalet
www.deborah-harkness.de

Samstag, 30. Juli 2011

[Rezension] Der Sünde Lohn (Alyss van Doorne 3) von Andrea Schacht

Die "Alyss"-Reihe:
Band 1: "Gebiete sanfte Herrin mir"
Band 2: "Nehmt Herrin diesen Kranz"
Band 3: "Der Sünde Lohn"

Köln in der Osterzeit 1403. Schlimme Nachrichten erreichen Alyss, auf der Überfahrt von England nach Köln wurden ihr Neffe Tilo und der Freund des Hauses John of Lynne von den berüchtigten Vitalienbrüdern entführt.

Aber nicht nur dies bringt das Hauswesen um Alyss in Aufruhr. Alyss steht vor den Trümmern ihrer Ehe, und nachdem ihr Ehemann Arndt van Dorne handgreiflich wird, diesmal unter Zeugen, greift nun ihr Vater Ivo vom Spiegel ein. Sein Urteil ist vernichtend und Arndts Leben nicht mehr einen Pfifferling wert.

Als wäre das nicht genug geht wieder ein Mörder in Köln um, diesmal getarnt unter einer Wolfsmaske. Angst und Schrecken gehen in Köln um, denn das letzte Wort, das die Sterbenden sagen ist "Ketzer"! Wird Alyss auch diesen Fall mithilfe ihrer unterschiedlichen Freunde lösen können?


Kritik

Mit "Der Sünde Lohn" hat die, für ihre farbenprächtigen Romane, bekannte Autorin Andrea Schacht den dritten Teil der Alyss van Doorne Serie veröffentlicht. Die Autorin lässt das mittelalterliche Köln wieder einmal farbenprächtig aufleben und ihre Figuren haben allerlei zu tun, nicht nur um die familieären Probleme in den Griff zu bekommen.

Äußerst lebendig und fesselnd schildert die Autorin das bunte Leben im Hauswesen der van Doornes. Dank dem zeitgemäßen Sprachstil fühlt der Leser sich direkt in die damalige Zeit versetzt. So manche Flüche der Gänsehirtin Lore sorgen dazu noch für das eine oder andere schmunzeln beim lesen. Trotz der in die Zeit passenden Ausdrucksweise ist die Geschichte flüssig zu lesen und leicht verständlich. Wie schon in den Vorgängerromanen wird die Geschichte um Alyss, ihrem reizenden Hauswesen, der vielzähligen Freunde und ihrer treu zu ihr stehenden Verwandtschaft aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. Auch wenn das Augenmerk auf Alyss liegt, werden auch die Abenteuer der weiteren Darsteller zumindest angerissen. 

Der Fokus der Autorin liegt in "Der Sünde Lohn" auf Alyss und ihrem Schicksal. Daneben sind allerlei kleinere Nebenhandlungen wie die Entführung John of Lynne und seinem sowie Alyss Schützling Tilo, der geheimnisvolle Mörder der  Köln in Angst und Schrecken versetzt und auch die Sorgen und Nöte der Jungfern in Alyss Hauswesen, eingeflochten die für einen gewissen Grad an Spannung sorgen. Nach und nach fügen sich die einzelnen Handlungen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen und am Ende sind alle Fäden überzeugend miteinander verknüpft. Da im Gegensatz zu den bisher erschienenen Bänden der Alyss Serie, oder auch der Beginen Reihe, hier nicht die Lösung der Morde an vorderer Stelle stehen, plätschert die Geschichte an manchen Stellen nur so dahin, nervenaufreibende Spannung kann daher kaum erwartet werden. Hier wäre es so manches Mal wünschenswert gewesen, doch mehr auf diese Ereignisse einzugehen. Im Gegenzug erfährt der Leser allerdings viel mehr über die Figuren selber und das aufregende und zum Teil herrlich chaotische Leben rund um die liebenswerten Charaktere. 

Den Protagonisten und deren Beziehungen untereinander wird viel Raum gegeben. Die meisten sind den Lesern der Alyss van Doorne Serie bereits bekannt. Daher empfiehlt es sich hier auch die anderen Bände der Serie zu kennen, da die Figuren nicht jedes Mal komplett neu definiert werden. Jedoch werden für Neueinsteiger, aber auch für die Kenner der Serie, gleich zu Beginn des Romans die "Dramatis Personae" und deren Beziehungen untereinander grob erklärt. Die handelnden Personen in "Der Sünde Lohn" entwickeln sich allesamt passend zur damaligen Zeit und den gestellten Anforderungen, die ihren das Leben stellt glaubwürdig weiter. Besonders sei hier dann noch auf das Vieh im Hause van Doorne hinzuweisen, auch dieses entwickelt so manches Mal ein munteres (Eigen)Leben und sorgt für so einen guten Anteil Humor. 

Passend zu den weiteren Romanen wurde das Cover gestaltet. Warum sich unsere schwarzhaarige Hauptdarstellerin hier allerdings mit roten Haaren zeigt, dürfte ein Rätsel bleiben. Auf den Umschlaginnenseiten zeigt sich ein gezeichneter Stadtplan Kölns.


Fazit

"Der Sünde Lohn" ist der dritte Band um die junge Kölner Wein und Pelzhändlerin Alyss van Doorne aus der Feder von Andrea Schacht. Mit ihren liebenswürdigen Figuren und den verschiedenen Abenteuern die diese erleben weiß die Autorin ihre Leserschaft in den Bann zu ziehen. Die Autorin schafft es, mit einer Menge Wortwitz, zeitgemäßen Beschreibungen und einer lebendigen Handlung das mittelalterliche Köln farbenprächtig wieder auferstehen zu lassen. 

Zielgruppe sind hier die weiblichen Leserinnen, die angenehme Unterhaltung vor historischem Hintergrund suchen und genau das finden.

Bleibt zu hoffen das Andrea Schacht ihre sympathischen Charaktere noch manches spannende Abenteuer erleben lässt und so noch weitere Teile der Alyss van Doorne Reihe erscheinen.


Autorin


Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit Die elfte Jungfrau kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Nun lässt sie die Almuts Tochter Alyss in deren Fußstapfen treten.
Andrea Schacht lebt mit ihrem Mann und zwei anspruchsvollen Katzen in der Nähe von Bonn.


Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Juni 2011)
ISBN-13: 978-3442376698
http://www.andrea-schacht.de/


 Nadine Warnke




Sonntag, 12. Dezember 2010

[Rezension] Die erste Nacht von Marc Levy

Nach den schrecklichen Ereignissen im China, ist Adrian bei seiner Mutter um sich zu erholen, als sein Freund Walter plötzlich bei ihm auftaucht und ihm die aus China geretteten Sachen von Keira bringt. Unter anderem sind in diesen Dingen auch Fotos, die Keira und Adrian zeigen. Erfüllt mit einen großen Trauer schaut Adrian sich die Bilder aus glücklichen Tagen an, bis ihm ein Foto in die Hände fällt, dass Keira mit einer Narbe auf der Stirn zeigt. Diese hatte sie noch nicht als der Unfall der ihr das Leben gekostet haben soll?! Was nur bedeuten kann: Keira lebt.
Adrian ist ab diesem Moment nicht mehr zu halten und bereitet sich auf eine schnelle Reise Richtung China vor um Keira zu suchen.

Sein einziges Ziel ist nun Keira zu finden, um mit ihr die Geheimnisse der beiden Anhänger zu lüften.

Die geheime Organisation setzt allerdings weiterhin alles daran das dieses Geheimnis zu schützen und schreckt dabei vor nichts zurück, sogar Mord kommt für das Oberhaupt dieser Organisation durchaus in Frage.



Kritik



„Die erste Nacht“ ist die Fortsetzung vom Marc Levys mystischem Roman „Der erste Tag“ und schließt kurz nach den Vorfällen in China an.

Wie auch in dem Vorgängerroman „Der erste Tag“ handelt „Die erste Nacht“ von zarten Liebesbanden, einen spannenden Abenteuer und der Mystik um die Entstehung der Menschheit.

Der Schreibstil des Autors setzt sich in der Geschichte fort. Flüssig zu lesen baut Marc Levy wieder einen Spannungsbogen auf, der zu fesseln weiß und kaum loszulassen vermag. Die Spannung lässt den Leser nicht los, zusammen mit Adrian und Keira macht der Leser sich auf die Geheimnisse der Menschheit zu lösen und der finsteren Organisation möglichst immer einen Schritt voraus zu sein.

Wieder müssen sich die Protagonisten auf eine Reise quer durch die Kulturen und verschiedenen Länder machen die bildgewaltig beschrieben sind und der Leser sich so leicht die Umgebung vorstellen kann und sich mitten im Geschehen wiederfindet.

Dem Autor gelingt wieder eine außergewöhnliche Mischung der verschiedenen Genres wie Thriller, Kulturgeschichte und Liebesroman. Viel Gefühl und atemlos machende Spannung verbinden die verschiedenen Genres zu einen perfekten Ganzen.

Aus wechselnden Perspektiven erzählt, weiß der Leser immer was die einzelnen Personen planen und die Spannung steigt. Die Erlebnisse von Adrian und Keira werden weiterhin aus Adrians Perspektive erzählt, die Vorhaben der übrigen Protagonisten aus der Sicht eines Beobachters. Die einzelnen Handlungsstränge verwebt der Autor zu einem vollkommenen Ganzen, dass die Leser zu fesseln weiß. Der Leser kann die Entscheidungen und Handlungen durch die verschiedenen Perspektiven sehr gut nachvollziehen.

Die Charaktere die der Leser bereits in „Der erste Tag“ kennen lernen durfte werden weiter ausgebaut und auch die Motive der einzelnen Figuren sind klar nachzuvollziehen. Durch die vielschichtige Zeichnung und glaubwürdige Entwicklung der Protagonistin sowie der Widersacher macht den Roman authentisch und nachvollziehbar. Auch die Beziehungen unter den Figuren reifen und vervollkommnen die Geschichte.

Am Ende des Romans bleibt keine Frage mehr offen, alle Fragen werden beantwortet und das Ende ist schlüssig.

Das Cover ist passend zum ersten Teil gestaltet, diesmal in dunkelblau gehalten zeigt es über eine Landschaft den Sternenhimmel und eine männliche Hand hält das Tuch das schon aus dem Cover des Romans „Der Erste Tag“ von einer Frauenhand gehalten wird.



Fazit



Auch der zweite Teil „Die erste Nacht“ von Marc Levy ist als gelungen zu bezeichnen. Die Geschichte setzt sich fort und zum Ende werden alle offenen Fragen entschlüsselt. Marc Levy hat mit den beiden Romanen dieser Reihe etwas für ihn neues entworfen was sich seinen sonstigen Werken abhebt seinen Fans dabei durchaus gefallen dürfte und auch eine neue Fangruppe erschließt.

Lesern mystischer, spanender Geschichten ist „Die erste Nacht“ klar zu empfehlen, der erste Teil „Der erste Tag“ gehört dabei zur Geschichte und solle aus jeden Fall zu erst gelesen werden da sich „Die erste Nacht“ darauf aufbaut“.



Autor



Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagiert er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig ist. Gleichzeitig studiert er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, Solange du da bist, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in zweiundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 20.000.000 verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit. (Verlagsinfo)



Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (29. November 2010)
ISBN-13: 978-3764503796
Originaltitel: La première nuit

Samstag, 4. Dezember 2010

[Rezension] Eternity von Meg Cabot


Es ist einfach nicht Meena Harpers Tag. Morgens geht sie noch voller Vorfreude zur Arbeit, die Beförderung zur Head-Autorin der beliebten Fernsehserie "Eternity" ist so gut wie sicher. Auf dem Weg zum Sender lernt sie im Zug die bildhübsche Yalena kennen. Was daran den Tag verderben kann: Meena weiß, dass Yalena bis zum Ende der Woche tot sein wird. Meena hat die Gabe, den Tod anderer Menschen voraussagen zu können. Keine schöne Gabe, vor allem da ihr kaum jemand glaubt und sie oft als Spinnerin verspottet wurde. Lediglich ihr Bruder und ihre beste Freundin wissen daher um die Gabe und vertrauen Meena.

Auch im Büro wird es für Meena nicht besser. Die so sichere Beförderung zur Head-Autorin platzt, nicht sie, sondern das Party-Girl Shoshona wird befördert, ausgerechnet die Person, die bisher alle Arbeit durch Meena hat machen lassen. Eine Nacht mit dem Produzenten sowie verwandtschaftliche Beziehungen haben Shoshona den Weg geebnet. Doch nicht nur das treibt Meena zur Verzweiflung, auch verlangt Shoshona, dass künftig Vampire in der Serie "Eternity" einen festen Platz bekommen sollen. Meena kann nur denken: "Ausgerechnet Vampire" und versucht den Produzenten von dieser, ihrer Meinung nach hirnrissigen Idee, abzubringen. Ohne Erfolg, auch der Produzent ist von Shoshonas Idee angetan.

Am Abend kehrt Meena wütend in ihre Wohnung zurück, im Kopf allerdings schon die Idee, wie sie den Vampiren in Eternity schnell den Garaus macht, die Figur des Vampirjägers nimmt schon Gestalt in ihrem Kopf an.

Schlafen kann Meena nur sehr schlecht und so geht sie nachts noch mit ihrem Hund Jack Bauer eine Runde spazieren. Als sie an einer verfallenen Kirche vorbeikommen, werden Meena und Jack Bauer plötzlich von einem riesigen Schwarm Fledermäuse angegriffen. Gerade als Meena sich schützend über ihren Hund wirft, kommt ein geheimnisvoller und sehr attraktiver Fremder und beschützt Meena vor den angreifenden Fledermäusen. Der Fremde stellt sich als Lucien vor und begleitet Mena noch bis zu ihrer Wohnung, danach ist er verschwunden. Am nächsten Morgen ist Meena nicht sicher, ob sie geträumt hat oder das ganze Wirklichkeit war.

Tags darauf lernt Meena Lucien dann noch mal kennen, auf einer Party ihrer Nachbarin Mary Lou und sie beginnt, sich sehr für den gutaussehenden und charmanten Lucien zu interessieren.

Weiter im Plan den Vampir, der nun in "ihrer" Serie spielen soll, umkommen zu lassen, ist sie mehr als überrascht, als am folgenden Tag ein Mann in ihre Wohnung eindringt und behauptet, ein eben solcher zu sein! Was aber noch schlimmer ist, er behauptet, dass ihr Lucien der Sohn von Dracula ist. Meena, die die Nase von Vampiren und Co. mehr als voll hat, glaubt dem Vampirjäger Alaric kein Wort. Vampire gibt es nicht ... oder doch?


Kritik

Mit "Eternity" hat Meg Cabot ihren ersten Roman im Genre der Romantic Fantasy geschrieben. Mit ihrem aus mittlerweile 40 Büchern bekannten humorvollen und leicht zu lesenden Schreibstil zieht die Autorin den Leser in den Bann. Auch wenn das Genre Romantic Fantasy für die Autorin Neuland sein dürfe, bewegt sie sich in diesem wie ein alter Hase. Sie hat das Gespür für das, worauf es ankommt.

Der Roman ist in verschiedene, anfangs recht kurze Kapitel unterteilt. In diesen lernt man das Leben der unterschiedlichen Charaktere Meena, Lucien und Alaric kennen und bekommt auch eine Ahnung was diese bewegt und welches Ziel die Protagonisten verfolgen. Die Ziele der Gegenspieler bleiben dabei erst einmal unklar, was der Spannung sehr zu Gute kommt.

Sehr geschmackvoll wird auch die Liebesbeziehung von Meena und Lucien beschrieben, auf allzu intime Sexszenen wird verzichtet und der Leser gelangt nur bis zur Schwelle des Schlafzimmers. Dieses ist eine sehr angenehme und nicht weniger erotische Abwechslung zu den üblichen Romanen dieses Genres.

Die Umgebung und die Orte der Handlung werden plastisch beschrieben. Auch die jeweiligen Stimmungen passen gut ins Bild und harmonieren mit den Ereignissen, die gerade stattfinden. Der Leser findet sich so leicht in die Geschichte ein und nimmt die Geschichte reell wahr.

Die Spannung baut sich in der Handlung in kurzen aber intensiven Abschnitten konstant weiter auf, sodass die Charaktere sich immer tiefer dem Ende entgegen entwickeln können. Gegen Ende des Romans wird es dem Leser immer mehr bewusst, dass das Finale sich gleich in einem Feuerwerk entlädt.

Die Figurenzeichnung in "Eternity" ist psychologisch vielfältig. Das zeigt sich vor allem darin, dass die Autorin ihren Protagonisten mit viel Feingefühl, eine breite Bühne gibt, um sich zu entwickeln und sich damit für einen Fantasy Roman auch glaubhaft zu präsentieren.

Meena, eine junge Frau, die Autorin der erfolgreichen Fernsehserie "Eternity" ist, fühlt sich in der paranormalen Welt nicht besonders wohl. Als bodenständige Frau ist sie äußerst skeptisch, was übernatürliche Wesen angeht. Sie selbst allerdings trägt ihr eigenes Geheimnis, was für sie mehr Fluch als Segen bedeutet. Sie hat die "Gabe" den natürlichen wie auch unnatürlichen Tod bei ihren Mitmenschen zu erkennen. Somit erkennt sie, ohne es wirklich zu wollen, dass ihr Gegenüber dem Tode geweiht ist. Dass die sensible junge Frau nur schwer mit dieser Verantwortung umgehen kann, versteht sich von selbst. Wer möchte schon jemanden kennenlernen, der fröhlich und höflich auftritt, und ihn wenig später auf möglichst vorsichtige Art und Weise vor dem Tod warnen? Was Meena verwirrt, ist, dass sie in der Gegenwart Luciens nichts, aber auch wirklich gar nichts Außergewöhnliches wahrnehmen kann.

Die weiteren Charaktere sind ebenfalls vielschichtig und interessant gezeichnet. Jeder Figur kann der Leser die erzählte Geschichte abnehmen, und da sich die Hauptpersonen weiterentwickeln und auch aus dem Geschehen lernen, wirkt das Ganze sehr glaubwürdig und realistisch.

Die Gestaltung der Covers ist sehr ansprechend gelungen, auf schwarzem Hintergrund sieht der Leser eine Frau, die ein Abendkleid trägt. Dieses wirkt schon durch die Farben Schwarz und Blutrot sehr ansprechend. Den Hintergrund verzieren ebenfalls schwarze, verschlungene Ranken, die durch Spotlack hervorgehoben werden. Der Titel und der Name der Autorin sind farblich hervorgehoben.


Fazit

Meg Cabot schafft es in "Eternity" die bekannten Elemente der Romantic Fantasy neu zu mischen und es kommt eine sehr originelle und unterhaltsame Story dabei heraus. Sie erfindet das Genre nicht komplett neu, schafft es aber trotzdem dem Leser in Erinnerung zu bleiben.

Mit viel Humor und Sarkasmus, einer schönen Liebesgeschichte mit einem überraschenden Ende und einer gehörigen Portion Spannung schafft es die Autorin eine Geschichte zu entwickeln, die nicht nur Vampirfans begeistern wird.

Ich habe diesen Roman verschlungen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung, das Ende spricht doch sehr dafür.


Autorin

Meg Cabot (* 1. Februar 1967 in Bloomington, Indiana; eigentlich Meggin Cabot, Pseudonyme auch Jenny Carroll und Patricia Cabot) ist eine US-amerikanische Autorin und Illustratorin.

Cabot arbeitete nach ihrem Philologiestudium zunächst als Illustratorin, bevor sie unter dem Pseudonym Patricia Cabot einige historische Frauen-Romane schrieb. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst, darunter die erfolgreiche Jugendbuch-Reihe "Plötzlich Prinzessin". Die Bücher "Plötzlich Prinzessin" sowie "Power, Prinzessin!" wurden beide vom Regisseur Garry Marshall unter den Titeln "Plötzlich Prinzessin" und "Plötzlich Prinzessin 2" verfilmt. Meg Cabot heiratete in einem kleinen Dorf in Italien und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in New York City und Florida. (Quelle Wikipedia)


Broschiert: 512 Seiten
Originaltitel: Insatiable
ISBN-13: 978-3764503772
www.randomhouse.de/blanvalet

Buchtipp: Bis zum Ende der Nacht von Marc Levi

Wenn TAG & NACHT sich begegnen


Nach dem atemberaubenden Auftakt von „Am ersten Tag” geht Marc Levys großes Abenteuer mit „Die erste Nacht” weiter. Denn die Liebe ist das größte Abenteuer und der Anfang aller Dinge ...
Aus Keiras und Adrians Begegnung ist Liebe geworden, aus ihren Forschungen über den Ursprung der Welt ein verhängnisvolles Chaos. Als Keira in den Gewässern des chinesischen Gelben Flusses verunglückt, ist für Adrian alles verloren. Monate später sind die körperlichen Wunden zwar geheilt, doch der seelische Schmerz bleibt – bis Adrian ein Foto erhält, das Hinweise darauf gibt, dass die Frau, die er liebt, den tragischen Autounfall überlebt haben könnte.
Voller Hoffnung macht sich Adrian auf die Suche nach Keira und den fehlenden Teilen des rätselhaften Anhängers, der das Mysterium unserer Herkunft preisgeben soll. Doch die finsteren Mächte, die im Hintergrund die Fäden ziehen, sind felsenfest entschlossen, jeden zu beseitigen, der das Geheimnis lüften will. Und so muss sich Adrian zwischen seiner Liebe und der Wahrheit entscheiden ...(Klappentext)


Autor
Marc Levy wurde 1961 in Frankreich geboren. Nach seinem Informatik- und Betriebswirtschaftsstudium an der Universität in Paris lebte er in San Francisco. 1990 eröffnete er mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Mit siebenunddreißig Jahren schrieb er für seinen Sohn seinen ersten Roman, Solange du da bist, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in zweiundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy lebt zur Zeit mit seiner Familie in New York. (Verlagsinfo)

Originaltitel: La première nuit, aus dem Französischen von Eliane Hagedorn, Bettina Runge, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-7645-0379-6, € 17,99 [D]

Freitag, 26. November 2010

Buchtipp: MEG CABOT - Eternity

Meg Cabot zegt wieder einmal was sie kann, ein spannender und sehr unterhaltsamer Roman mit "echten" Vampiren und einem Hauch Romantik. LESEN!


Meena ist genervt von Vampiren. Vor allem, weil sie einen in ihre umjubelte Soap »Eternity« hineinschreiben soll. Doch es kommt noch schlimmer: Während eines nächtlichen Spaziergangs mit ihrem Hund wird Meena von einem sexy Fremden vor einer Fledermausattacke gerettet. Zu guter Letzt steht plötzlich ein weiterer attraktiver Mann in ihrer Wohnung, der behauptet, Vampirjäger zu sein. Und all das mitten in New York City? Noch nicht einmal Meenas mysteriöse Gabe warnt sie vor dem, was noch auf sie zukommt: Denn wer ist dieser geheimnisvolle Fremde, dessen Charme sie ihre anderen Probleme fast vergessen lässt? (Klappentext)



Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre „Plötzlich-Prinzessin”-Romane wurden von Hollywood verfilmt. (Verlagsinfo)

MEG CABOT – Eternity, Roman, Originaltitel: Insatiable, aus dem Amerikanischen von Theda Krohm-Linke, Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten, ISBN: 978-3-7645-0377-2, € 14,99 [D]

Sonntag, 7. November 2010

[Rezension] Am ersten Tag von Marc Levy


Keira ist Archäologin und leitet eine Ausgrabungsstätte in Äthiopien, wo sie hofft den ersten Menschen zu finden. Als ein Sandsturm die Ausgrabungsstätte zerstört, ist sie gezwungen, diese vorerst aufzugeben und in ihre Heimat Paris zurückzukehren.

Wieder in Paris zieht sie bei ihrer Schwester Jeanne ein. Als sie diese an ihrem Arbeitsplatz, dem Museum Quai Branley, dem französischen Nationalmuseum für nichteuropäische Kunst besucht, wird Professor Ivory, der ebenfalls dort arbeitet, auf den Anhänger den Keira als Kette trägt, aufmerksam. Diesen hat Keira von ihrem Schützling Harry in Äthiopien geschenkt bekommen, nachdem Harry ihn in einem erloschenen Vulkan gefunden hat.

Da auch Keira das Material und das Alter des Anhängers unbekannt ist, stimmt sie Ivory zu, diesen untersuchen zu lassen. Ivory erzählt Keira außerdem die Legende von Tikkun Olam, vom "Reparieren der Welt": Einst ist die Welt in mehrere Stücke getrennt worden, und es ist die Aufgabe eines jeden, die fehlenden Teile zu suchen, um die Welt, in der wir leben, wieder perfekt zu machen..

Das Alter und auch das Material, ist zeitlich nicht bestimmbar und gibt Rätsel auf. Allerdings scheint Ivory mehr zu wissen, als er zugibt.
Keira ist entschlossen ihre Arbeit in Äthiopien wieder aufzunehmen und bewirbt sich mithilfe von Jeanne um den Förderpreis der Walsh-Foundation.

Adrian ist Astrologe und auf der Suche nach dem ersten Stern. Nach einem Unfall auf dem Plateau der Atacama-Wüste in Chile, ist er gezwungen, vorerst wieder in seinen Heimat London zurückzukehren und seinen Posten an der Universität wieder aufzunehmen.

Einer seiner Vorgesetzen - Walter, tritt mit der bitte an ihn heran, sich um den auf zwei Millionen Pfund ausgesetzten Preis der Walsch-Foundation zu bewerben. Der Akademie ginge es finanziell sehr schlecht und eine Spende in dieser Höhe käme gerade recht. 
Walter sichert Adrian zu, ein viertel würde er für seine Forschung erhalten.
Adrian willigt ein und er und Walter beginnen mit den Vorbereitungen der Präsentation. Während der gemeinsam verbrachten Zeit, entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden.

Auf der Tagung der Walsch-Fondation begegnen Adrian und Keira sich, nicht das erste Mal. Bereits während Keiras Studium waren Adrian und Keira ein Paar.
Nach der Tagung verbringen Adrian und Keira eine gemeinsame Nacht. Morgens ist Keira verschwunden, nur der geheimnisvolle Anhänger bleibt Adrian.
Nach einen sonderbarem Vorfall während eines Gewitters, dem auch Walter Zeuge wird, wollen beide hinter das Geheimnis des Steins kommen. Plötzlich werden beide verfolgt und Adrian triff auch auf Ivory der ihm rät Keira aufzusuchen.

Bei dem Besuch in Äthiopien, auf der Suche nach der Fundstelle des Steins, kommt es zu einem Unfall, der Adrian und Keira zwingt wieder nach Europa zu reisen.

Die Suche nach dem Geheimnis führt Adrian und Keira durch verschiedene Kulturen und Länder, immer verfolgt von einer Organisation die verhindern wollen das dieses Geheimnis gelüftet wird.


Kritik


Der für romantische Liebesgeschichten bekannte Marc Levy, hat mit „Am Ersten Tag“ etwas, für ihn, völlig neues geschaffen.

 Der Autor erzählt eine Liebesgeschichte die sich mit den fundamentalen Fragen der Menschheit nach dem beginn allen seins beschäftigt.

Der Roman „Am ersten Tag“ ist romantisch, mystisch und sehr spannend geschrieben. Der Autor bedient sich dabei eines flüssigem, leicht zu lesenden Schreibstils und baut vom Anfang der Geschichte, bis zum Ende einen Spannungsbogen auf, der den Leser fesselt und nicht mehr loslässt.
Die Orte der Handlung beschreibt Marc Levy detailliert und ausreichend ausführlich.
Die Mischung aus Liebesgeschichte, wissenschaftlichem Roman, Kulturgeschichte und Thriller ist außergewöhnlich. Die verschiedenen Genres verwebt der Autor mit anscheinender Leichtigkeit, viel Gefühl und atemloser Spannung.

Anfangs wechseln sie die Perspektiven, aus der der Roman erzählt wird ab. Kapitelweise wird die Geschichte Adrians aus seiner Sicht und die Geschichte Keiras, aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. Ebenso gibt es Kapitel, in denen eine Organisation zu Wort kommt und deren Motivation das Geheimnis des Anhängers zu schützen und die Nachforschungen von Adrian und Keira zu sabotieren. Die Geschichte der Gegenspieler, wird auch aus der sicht eines Beobachters geschildert.
Mit dem Zusammentreffen der beiden Protagonisten Adrian und Keira, wird dann die Geschichte der beiden aus der Sicht von Adrian weitererzählt. Dieses Zusammenspiel der verschiedenen Perspektiven, macht es dem Leser leicht, die Entscheidungen und Handlungen der Charaktere nachzuvollziehen.

Zu bemängeln ist lediglich das der Leser am Ende des Romans nicht schlauer ist wie am Anfang. Nicht ein Rätsel ist annähernd gelöst, stattdessen stellen sich dem Leser noch mehr Fragen.

Der Roman schließt dann mit einem Cliffhanger, der das Warten auf den nächsten Teil „Die Erste Nacht“ schon fast qualvoll macht.

Die Protagonisten sind lebendig und vielschichtig konzipiert. Ein jeder hat eine eigene Motivation die ihn antreibt. Keira zeigt sich zielbewusst und wird von ihrem Traum den ersten Menschen zu finden, angetrieben. Manchmal ist sie sehr stur und nicht bereit sich auf die Menschen ihrer Umgebung einzulassen, sie kann aber auch eine sehr gefühlsbetonte Frau sein. Adrian ist von beiden trotzdem der sympathischere, er geht auf alles offen zu und zeigt sich einem Abenteuer nicht abgeneigt. Auch kämpft er mit viel Gefühl um Keira, die er wirklich liebt.  Auch die Menschen in ihrer nahen Umgebung sind sympathisch und ansprechend gezeichnet. Zum schmunzeln hat mich besonders Adrians Familie in Griechenland gebracht, diese wird dargestellt wie man sich die familienbewussten und lebendigen Griechen vorstellt.  Die Beziehungen der Charaktere untereinander sind realistisch  dargestellt und nachvollziehbar.

Das Cover ist sehr schön, mit einem Touch Mystik gestaltet. Es zeigt eine in goldnes Licht getauchte afrikanische Landschaft. Im Vordergrund eine Frauenhand die einen wehenden schleiche in der Hand hält.


Fazit

Mit „Am ersten Tag“ ist dem Autor Marc Levy ein mystischer Abenteuerroman gelungen, der sich deutlich von seinen bisherigen Teilen anhebt. Der Leser bekommt eine fesselnde Geschichte präsentiert, die packend ist und kaum loszulassen vermag. Typisch für Marc Levy kommt die Liebe nicht zu kurz, wird aber nicht in den Vordergrund gestellt.

Lesern von Romanen wie Indiana Jones, Sakrileg und Fans des Autors Marc Levy ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen, vielleicht sollte man allerdings warten bis der zweite Teil erscheint um das Warten auf die Fortsetzung möglichst kurz zu halten.


Autor


Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagiert er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig ist. Gleichzeitig studiert er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, Solange du da bist, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in zweiundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 20.000.000 verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit. (Verlagsinfo)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten,
ISBN: 978-3-7645-0373-4
Originaltitel: Le premier jour
Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn, Bettina Runge

http://www.randomhouse.de/blanvalet/

Sonntag, 3. Oktober 2010

[Rezension] Die Goldspinnerin von Gerit Bertram


Lübeck, 1396. Die junge Cristin Bremer führt zusammen mit ihrem Mann Lukas eine erfolgreiche Werkstatt in der Hansestadt Lübeck. Das Ehepaar ist allseits beliebt und Cristin ist schwanger mit Lukas' erstem Kind. Mit der Geburt der gemeinsamen Tochter ist das Glück der beiden perfekt. Doch plötzlich ändert sich alles, denn nach einer Feier im Hause Bremer wird Lukas schwer krank, und gerade als Cristin meint, er erhole sich, stirbt Lukas unter fragwürdigen Umständen.

Als die trauernde Witwe kurz darauf auf dem Markt einkaufen geht, wird sie gefangen genommen. Keiner sagt ihr, was sie verbrochen haben soll, und sie hat eine schwere Zeit in der Fronerei. Als es dann endlich zum Prozess kommt, mag sie die Vorwürfe kaum glauben: Sie soll ihren geliebten Lukas getötet haben und eine Hexe sein. Sogar ihr Schwager und seine Frau belasten Cristin schwer. Das Urteil lautet schließlich, dass sie bei lebendigem Leibe begraben werden soll, und Cristin bleibt keine Hoffnung mehr.

Der Henkerssohn Baldo verliebt sich indes in die junge Frau und befreit Cristin nachts heimlich aus ihrem Grab. Zusammen fliehen die beiden nach Hamburg. Cristin hat nur ein Zie:, den wahren Mörder ihres Mannes zu überführen und ihre Tochter zurückzubekommen.

Auf dem Weg nach Hamburg wird Baldo im Wald von einem Wildschwein angegriffen und ist dem Tode näher als dem Leben. Cristin tut ihr Bestes, um sein Leben zu retten. Hilfesuchend wendet sie sich an eine alte Frau, die aus Lübeck kommt. Diese erzählt ihr von dem Bader Ludewig, der ebenfalls auf der Reise nach Hamburg ist und den Weg bald entlangkommen müsste. Auch warnt sie Cristin, deren Flucht in der Hansestadt nicht unbemerkt geblieben ist.

Endlich kommt der Bader des Weges und ist bereit, Cristin und Baldo zu helfen. Um nicht verraten zu werden, gibt Cristin sich fortan als Agnes aus und Baldo wird zu ihrem Bruder Adam.

Der Bader Ludewig nimmt Cristin und Baldo mit nach Hamburg. Um für die Pflege Baldos und ihre Unterkunft bei dem Bader aufzukommen, geht Cristin Ludewig zur bei der Arbeit zur Hand. Baldo erholt sich in dieser Zeit, ist aber nicht begeistert von den Lügen, mit denen sich Cristin umgibt. Cristin ist eines Tages auf dem Markt in Hamburg, um einige Besorgungen für Ludewig zu machen, als sie sich beobachtet fühlt. Zwei Büttel sind auf sie aufmerksam geworden und beginnen Cristin zu folgen. Cristin flüchtet, und wieder in Ludewigs Haus angekommen, bereiten sie und Baldo ihre Flucht vor.

Unterwegs schließen sie sich einer Trupper Gaukler an, und die Reise geht wieder in Richtung der Hansestadt Lübeck und weiter in das heutige Polen. Wird es Cristin gelingen, dem Mörder ihres Mannes auf die Schliche zu kommen und sich ein neues freies Leben aufzubauen?


Kritik

"Die Goldspinnerin" ist der Debütroman der Autorin Gerit Bertram. Von Anfang an bleibt der Leser gefesselt. Spannend und temporeich entwickelt sich ab der ersten Seite ein Spannungsbogen, der zu immer neuen Höhen findet. Es gibt zwar kaum überraschende Wendungen, und gerade bei dem Mord an Cristins Ehemann kommt oft nur der Zufall zu Hilfe, trotzdem gelingt es Gerit Bertram, die Aufmerksamkeit des Lesers zu binden.

Der packende, lebendige und detailreiche Schreibstil der Autorin vermag es, den Leser in die damalige Zeit eintauchen zu lassen. Auch werden die historischen Begebenheiten kurz, aber exakt erklärt, und so entsteht ein rundes Bild in "Die Goldspinnerin".

Der Roman ist in drei Teile untergliedert, die jeweils eine große Etappe der Protagonisten Baldo und Cristin beschreiben. Der erste Teil bezieht sich auf das Leben der Protagonisten in Lübeck, bis zum Zeitpunkt, an dem sie auf den Bader Ludewig treffen. Im zweiten Teil werden das Leben in Hamburg und die erneute Flucht und das Versteckspiel von Cristin und Baldo in Lübeck beschrieben. Dann endlich im dritten Teil kommen Cristin und Baldo dem Mörder Lukas auf die Spur und unternehmen eine Reise, die erst an den polnischen Königshof führt und schließlich wieder nach Lübeck.

Geschichtlich ist der Roman zweckdienlich recherchiert und auch der Sprachstil passt sich der damaligen Zeit an, ohne unverständlich zu werden. Erzählt wird der Roman aus der Sicht eines Beobachters, der sich hauptsächlich auf Cristin fixiert. Dadurch wird dieser Charakter am besten präsentiert, aber auch die weiteren Figuren kommen nicht zu kurz.

Die Protagonisten sind sympathisch, wenn auch nicht grundsätzlich glaubhaft konzipiert. Sehr lebendig und vielschichtig beschrieben, bieten die einzelnen Charaktere eine Fülle von Charaktereigenschaften. Lediglich die Beziehungen untereinander sind nicht grundsätzlich für die damalige Zeit glaubhaft, denn eine Liebesbeziehung eines Henkerssohnes zu einer Kauffrau war doch durch gesellschaftliche Stellung eher unwahrscheinlich.

Cristin muss viel durchmachen, lässt sich aber dennoch niemals unterkriegen und verfolgt trotz der vielen Schwierigkeiten ihr Ziel, den Mord an ihrem Mann aufzuklären und ihre Tochter zurückzugewinnen. Sehr glaubwürdig ist auch der Henkerssohn Baldo, der trotz seiner Liebe zu Cristin nicht immer mit ihrem Vorgehen einverstanden ist und dieses auch kundtut. Die übrigen Charaktere bestechen ebenfalls durch Lebendigkeit und sind sehr menschlich und sympathisch gezeichnet.

Die Autorin Gerit Bertram hat einen farbenfrohen und mitreißenden historischen Roman geschrieben, der dem interessierten Leser einiges zu bieten hat. Auch das Cover wirkt sehr ansprechend und die goldene Prägeschrift fällt ins Auge. Im Innenteil ist zu Anfang eine Karte Lübecks abgedruckt, und zum Schluss die Reiseroute von Cristin und Baldo aufgezeichnet. Ein Glossar erklärt historische und nicht jedem bekannte Begriffe.


Autor

Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennenlernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zum historischen Roman. Seitdem schreiben sie erfolgreich zusammen. Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt mit seiner Frau und seinem Sohn in Bad Oeynhausen. (Verlagsinfo)


Fazit

"Die Goldspinnerin" von Gerit Bertram hat mich überzeugen können. Die spannende und farbenprächtige Unterhaltung wird auch dem geschichtlich interessierten Leser einiges bieten können. Ich kann diesen Roman allen Lesern des historischen Genres klar empfehlen.


Broschiert: 512 Seiten
ISBN-13: 978-3764503710
www.randomhouse.de/blanvalet



Nadine Warnke



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